
Die Karte illustriert den geologisch vielfältigen Charakter von Ganymeds Oberfläche und soll Forschern dabei behilflich sein, Ordnung in das vermeintlich komplex-chaotische Terrain des dritten Jupitermondes zu bringen. "Diese Karte hilft zudem dabei, die Evolution dieser frostigen Welt besser zu verstehen und zukünftige Erkundungen noch besser planen zu können", kommentiert Robert Pappalardo vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA die Karte. 2032 plant die Europäischen Raumfahrtagentur ESA mit dem "Jupiter Icy Moon Explorer" (JUICE), an der auch die NASA mit Komponenten beteiligt sein wird, das Jupitersystem genauer zu erkunden (...wir berichteten)
Der im Januar 1610 von Galileo Galilei entdeckte Mond wurde seither immer wieder von Astronomen von der Erde aus und später auch mittels Raumsonden direkt untersucht. Die Ergebnisse dieser Erkundungen zeichnen das Bild einer komplexen Eiswelt, deren Oberfläche durch scharfe Kontraste zwischen zwei Hauptregionen gekennzeichnet ist: Während die dunklen und sehr kalten Regionen von zahlreichen Einschlagskratern vernarbt sind, sind die helleren und zugleich etwas jüngeren aber dennoch vergleichsweise alten Regionen von einem umfangreichen Netzwerk aus Furchen und Graten überzogen.

Während die neue Karte zahlreiche wissenschaftliche Hypothesen belegen könne, widerlege sie aber zugleich auch andere: "So zeigen die detaillierten Aufnahmen von Ganymed durch die Galileo-Sonde, dass es auf dem Jupitermond deutlich seltener zu Eisvulkanen, sogenanntem Kryovulkanismus, kommt, als bislang angenommen", erläutert Baerbel Lucchitta, Wissenschaftlerin des U.S. Geological Survey in Flagstaff.
Jetzt wollen Wissenschaftler anhand der Karte den geologischen Charakter Ganymeds mit dem anderer Eismonde im äußeren Sonnensystem vergleichen, da nahezu jedes Merkmal anderer Eismonde auch auf Ganymed zu finden ist.
"Ganymeds Oberfläche ist etwa halb so große wie die Landmasse der Erde", so Collins abschließend. "Es gibt also eine große Auswahl an Geländemerkmalen aus denen man wählen kann. Ganymed weist zudem zugleich alte und jüngere Merkmale auf und spiegelt so eine große geologische Vielfalt wieder.
- Eine Animation des geologischen Ganymed-Globus finden Sie HIER.
Der Download kann eine Weile in Anspruch nehmen
Quelle: NASA




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