Mercedes-Benz stößt weiter seine Autohäuser und Niederlassungen ab. Derzeit sind Berlin und Brandenburg an der Reihe - inklusive des großen Vorzeigebaus am Salzufer.
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© Ralph Orlowski / Reuters
Mercedes trennt sich von seinen konzerneigenen Autohäusern in Berlin und Brandenburg. Allein in Berlin sind fünf Standorte betroffen, dazu kommen zwei weitere Niederlassungen in Brandenburg. Eine im Vereinigten Königreich ansässige Global Auto Holdings (GAHL) übernimmt die Geschäfte.

Mehr als 1.000 Mitarbeiter

Insgesamt arbeiten nach Unternehmensangaben mehr als 1.100 Beschäftigte an den betroffenen Standorten. Dazu zählt auch der bekannte Flagship-Store am Berliner Salzufer nahe dem Tiergarten. Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung und soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Angaben zum Kaufpreis machten die Unternehmen nicht.

Mercedes-Vertriebsvorstand Mathias Geisen erklärte, man wolle die Qualität in Vertrieb und Service weiter stärken, die Standorte konsequent weiterentwickeln und den Beschäftigten gute Zukunftsperspektiven bieten. Mit GAHL habe Mercedes dafür "den perfekten Partner" gefunden. Auch GAHL-Eigentümer Kuldeep Billan kündigte Investitionen in den Berliner Mercedes-Standort und die Belegschaft an. Die in Kanada gegründete Handelsgruppe betreibt bereits seit mehreren Jahren Mercedes-Benz-Betriebe in Großbritannien und den USA und erzielt nach eigenen Angaben einen weltweiten Jahresumsatz von rund acht Milliarden US-Dollar.

Verkaufspläne seit 2024 bekannt

Dass Mercedes-Benz seine eigenen Autohäuser in Deutschland schrittweise verkaufen will, ist bereits seit 2024 bekannt. Damals hatte der Konzern angekündigt, sich von zahlreichen Niederlassungen zu trennen. Bundesweit waren davon rund 8.000 Beschäftigte in etwa 80 Betrieben betroffen. Die Pläne hatten seinerzeit Proteste von Mitarbeitern und Betriebsräten ausgelöst. Im Sommer 2024 einigte sich Mercedes-Benz schließlich mit dem Gesamtbetriebsrat auf Rahmenbedingungen für mögliche Betriebsübergänge und Beschäftigungsperspektiven.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Mercedes erste Niederlassungen verkauft, darunter Standorte in Neu-Ulm, Koblenz, Mainz, Dortmund und Lübeck. Anfang 2026 folgten weitere Verkaufsvereinbarungen unter anderem für Aachen, Kassel, Würzburg, Wuppertal, Reutlingen und Hannover. Als Nächstes dürften dann auch andere Metropolen wie Hamburg und München dran sein.

Unklarheit über Auswirkungen auf Beschäftigte

Ob der Verkauf konkrete Auswirkungen auf Arbeitsplätze in Berlin und Brandenburg haben wird, ist derzeit noch offen. Wie der RBB berichtet, wurden die Mitarbeiter bereits intern über die geplante Übernahme informiert. Aussagen zu möglichen Stellenstreichungen machten weder Mercedes-Benz noch GAHL.

Die Übernahmen reihen sich in die strategische Neuausrichtung des Konzerns ein. Mercedes-Benz setzt zunehmend auf unabhängige Handelsgruppen statt auf eigene Niederlassungen. Nach Unternehmensangaben stoßen die Verkäufe am Markt auf großes Interesse.

Fazit

Mit dem Verkauf von Niederlassungen treibt Mercedes-Benz einen konsequenten Umbau im deutschen Vertrieb voran. Für den Konzern bedeutet der Schritt mehr Fokus auf das Kerngeschäft und weniger eigene Handelsstrukturen. Für die mehr als 1.100 Beschäftigten bleibt dagegen vorerst offen, wie sich der Eigentümerwechsel langfristig auf Arbeitsplätze und Standorte auswirken wird. Mit Global Auto Holdings übernimmt allerdings ein erfahrener Mercedes-Händler das Geschäft, was zumindest für Kontinuität im Vertrieb und Service sprechen dürfte.