
(Bild vom Protest gegen Monsanto am 8. August 2013)
Indische Behörden hatten eine Untersuchung gegen Mahyco Monsanto Biotech, ein Joint Venture des US-Saatgutkonzerns Monsanto und einer indischen Firma, eingeleitet. Die Amerikaner brachten 2002 genetisch veränderte Baumwolle ins Land, die gegen Schädlinge resistent ist und heute von mehr als sieben Millionen Bauern auf dem Subkontinent genutzt wird.
70 Prozent der Baumwollpflanzen sind inzwischen weltweit genmanipuliert. Allerdings entwickelten die Insekten, die durch die Gen-Veränderung von den Pflanzen selbst getötet werden sollten, Resistenzen.
«Mehr Ernte, ein höherer Gewinn für die Bauern und ein gestiegener Lebensstandard ihrer Familie - das sind die Folgen, wenn Bauern gentechnisch veränderte Baumwollpflanzen anbauen», so werben die Agrargiganten, wenn sie ihre Produkte anpreisen, doch die Realität ist eine neue Form von Versklavung.
In Indien haben schon Tausende von Kleinbauern Selbstmord begangen, weil sie das Saatgut nicht mehr bezahlen können und ihre Familien dadurch hungern müssen.
Samen des Todes und der Versklavung wird das genmanipulierte Saatgut deshalb auch genannt. Die Baumwoll-Bauern leiden unter bitterer Armut. Mit Handarbeit und Holzpflügen gegen Riesen-Traktoren und künstliche Bewässerung. Gegen staatliche Agrarsubventionen wie in Europa oder in den USA und niedrigen Weltmarktpreisen. Doch nicht nur das. Dazu kommt: Es gibt keine natürliche Baumwolle mehr. Nur noch gentechnisch veränderte - genannt BT Cotton.
Jedes Jahr müssen die Bauern das teure Saatgut kaufen. Noch dazu teure Düngemittel und Pestizide.
Doch nun geht es Monsanto an den Kragen: Künftig soll Monsanto 49 Rupien (66 Eurocent) je 450 Gramm Saatgut bekommen - eine Kürzung von 70 Prozent. Damit sinkt die Lizenzgebühr für Monsanto von einem Anteil von 20 auf nur noch 6 Prozent. Der Verkaufspreis der Saatpackung wird bei 800 Rupien gedeckelt, bislang waren es 750 Rupien.
Monsanto droht mit Rückzug aus Indien
«Diese Deckelung würde uns zwingen, jeden Aspekt unserer Aufstellung in Indien zu überdenken», drohte der Konzern nun. Shilpa Divekar Nirula, Monsanto-Chefin in Indien, erklärte, das Unternehmen werde die neueste Generation seiner Saaten nicht in Indien einführen, sollte die Kürzung aufrecht erhalten werden: «Es ist schwierig, neue Technologien nach Indien zu holen, in eine Umwelt, in der Eingriffe der Regierung die Innovationen ausbremsen, es unmöglich machen, diese Innovationen zu refinanzieren, und wo die Heiligkeit von Verträgen nicht geachtet wird.»
Kommentar: Klassische Redensart von gewissenlosen Profitjägern: Deren Opfer, falls es nicht kooperiert, in einem schlechten Licht darstellen...
Schon im Oktober wurde bekannt, dass neun Saat-Unternehmen, die das genveränderte Saatgut der Amerikaner nutzen, sich weigerten, die volle Lizenzgebühr abzuführen.
Das Joint Venture Mahyco Monsanto Biotech (MMB), in dessen Rahmen Monsanto mit dem indischen Unternehmen Mahyco zusammenarbeitet, lizensiert seine Produkte gegen Lizenzgebühren an lokale Saatgutanbieter weiter. Auch verkauft man direkt an Lizenznehmer vor Ort. Das US-Unternehmen kontrolliert insgesamt 90 Prozent des Marktes und zählt mehr als sieben Millionen Baumwollbauern in Indien zu seinen Kunden.
Dieser Artikel von Doro Schreier wurde Infosperber vom Portal «netzfrauen.org» zu Verfügung gestellt.




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