In der kurdisch geprägten Stadt Diyarbakir ist nahe einem Busbahnhof ein Sprengsatz explodiert. Laut Behördenangaben starben sieben türkische Polizisten.
anschlag türkei
© dpa
Bei einem Anschlag auf Sicherheitskräfte in der Kurdenmetropole Diyarbakir sind sieben Polizisten getötet worden. Das berichten die Polizei und die Behörden vor Ort. Der Sprengsatz sei demnach in der Nähe des Busbahnhofs explodiert, als ein Polizeibus vorbeifuhr. 27 Menschen seien verletzt, die Hälfte von ihnen Zivilisten.

Die Explosion habe zahlreiche Autos beschädigt, die Fenster eines Hochhauses seien zerstört. Der Anschlag ereignete sich einen Tag vor dem geplanten Besuch von Premierminister Ahmet Davutoglu in der Stadt.

Die türkische Armee geht sei Monaten im Südosten der Türkei gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vor. Im Viertel Sur von Diyarbakir liefern sich PKK-Kämpfer mit Sicherheitskräften regelmäßig Gefechte. Zurzeit gibt es auch schwere Kämpfe in der Stadt Sirnak und in Nusaybin.

Im Juli war ein Waffenstillstand zwischen der PKK und der türkischen Regierung gescheitert. Seitdem hat die Gewalt im überwiegend von Kurden bewohnten Süden der Türkei erheblich zugenommen. Die USA zogen aus Sicherheitsgründen Familienangehörige von Soldaten und Diplomaten ab.

Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte vergangene Woche, bislang seien 300 Angehörige der Sicherheitskräfte getötet worden. Die Zahl der Toten auf der Gegenseite sei mindestens zehnmal so hoch. Die oppositionelle Kurdenpartei HDP erklärte, seit Dezember seien bei den Militäraktionen auch Hunderte Zivilisten getötet worden.

sun/dpa/AP/Reuters