Menschen in Flüchtlingslager Samos
© AP Photo / Lefteris Pitarakis

Eine Gruppe von Migranten sind am Donnerstag aus einem Aufnahmezentrum auf der griechischen Insel Samos ausgebrochen, wie das örtliche Internet-Medium i-samos.gr mitteilte.


Um die Mittagszeit sei es laut I-Samos zu Aufruhr unter den Flüchtlingen gekommen, woraufhin einige lautstark ihre Empörung bekundeten und die Öffnung der Tore verlangten, um sie herauszulassen. Die eintreffenden Sicherheitskräfte, der Küstenschutz sowie Frontex-Mitarbeiter bemühten sich, die aufgebrachte Menge zu beruhigen. Wie I-Samos schreibt, sollen mehrere Flüchtlinge mit Messern und Glasscherben gedroht und versucht haben, das Tor aufzubrechen. Da sich unter den Flüchtlingen auch Frauen und viele Kinder befanden, habe der Polizeichef nach zwei Stunden letztlich entschieden, das Tor zu öffnen.

Etwa 250 Personen sollen sich daraufhin zum Hafen begeben haben, um auf irgendein Schiff zu gelangen.

Das Online-Medien berichtet auch von verdächtigen Personen in dem Aufnahmelager, die die Ausschreitungen unter den Flüchtlingen provoziert haben könnten.


Europa erlebt in den letzten Monaten die größte Migrationskriese seit dem Zweiten Weltkrieg. In den EU-Ländern sind bereits hunderttausende Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und Nordafrika eingetroffen.

Um die Lage zu regeln, vereinbarte die EU einen Deal mit der Türkei, über die die meisten Flüchtlinge nach Europa kommen. 72.000 illegale Migranten sollen den Vereinbarungen gemäß von den griechischen Inseln in die Türkei zurückgeschickt werden, Tausende syrische Flüchtlinge sollen dafür in die EU übersiedeln dürfen.

Die EU hat der Türkei als Gegenleistung versprochen, dort Zielprojekte zur Unterstützung der Zuwanderer mitzufinanzieren. Außerdem ist die Wiederaufnahme der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei geplant.

Das Abkommen mit der Türkei löste unter Menschenrechtlern wie unter der europäischen Bevölkerung eine Welle der Empörung aus. In vielen Ländern gab es Protestaktionen.