Offenbar lösten Feuerwehrskörper während eines Neujarhsfestes mehrere schwere Explosionen aus. Die Polizei vermutet weitere Opfer unter den Trümmern.
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Bei massiven Explosionen von Feuerwerkskörpern vor einem Tempel in Indien sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Der Ministerpräsident des südindischen Bundesstaats Kerala, Oommen Chandy, sagte dem Sender NDTV, der Tod von 79 Menschen sei bestätigt worden. Mehr als 200 weitere Menschen wurden laut Polizeiangaben verletzt. Viele Tausend Menschen hatten sich in der Nacht zum Sonntag auf dem Gelände des Puttingal-Tempels im Bundesstaat Kerala im Südwesten des Landes für ein Festival versammelt.

Als das Betongebäude mit den Raketen in die Luft geflogen sei, habe der Boden gebebt, sagte der Augenzeuge Lallu S. Pilla. "Es herrschte absolutes Chaos und Betonstücke lagen überall verstreut, manche sogar in 500 Metern Entfernung am Taxistand." Die Polizei befürchtet weitere Tote, die noch unter den Trümmern des eingestürzten Gebäudes liegen könnten.

Das Feuer brach gegen 3.30 Uhr (Ortszeit) bei der Feier des hinduistischen Neujahrsfests Vishu aus. Wegen des Festivals hatten sich nach Angaben des Nachrichtensenders NDTV zwischen 10.000 und 15.000 Menschen an dem Tempel versammelt, um das Spektakel zu verfolgen. Die Verletzten seien in zehn verschiedene Krankenhäuser gebracht worden.

Ein Funken sei offensichtlich auf einen Stapel von unsicher gelagerten Böllern gefallen und habe so den Brand ausgelöst, berichtete NDTV weiter. Lokale Sender zeigten Bilder von lodernden Flammen und zahlreiche Explosionen hinter Palmen. Am Morgen war das Feuer nach Angaben eines Polizeisprechers unter Kontrolle.

Mitarbeiter des Tempels erklärten gegenüber lokalen Medien, es habe die Erlaubnis gegeben, Feuerwerkskörper zu zünden. Solche Spektakel werden bei den Neujahrsfeiern im Süden des Landes häufig organisiert. Der Innenminister des Bundesstaates, Ramesh Chennithala, kündigte eine staatliche Untersuchung des Unglücks an.

Premierminister Narendra Modi erklärte im Kurznachrichtendienst Twitter, er mache sich auf dem Weg zur Unfallstelle. "Das Feuer in Kollam ist herzzerreißend und der Schock nicht in Worte zu fassen. Meine Gedanken sind bei den Familien der Verstorbenen und ich bete für die Verletzten", schrieb er.

ZEIT ONLINE, dpa, sue