Im Mittelmeer hat es wohl erneut ein Unglück mit einem Flüchtlingsboot gegeben. Es habe sich eine Tragödie ereignet, bei der offenbar mehrere Hundert Menschen ums Leben gekommen seien, sagte Italiens Präsident Mattarella.
Flüchtlinge Boot
Die Nachricht wurde gestern auf der arabischen Seite der BBC verbreitet. Vier Boote sollen auf dem Weg von Ägypten nach Italien gekentert sein. An Bord überwiegend Somalier, Eritreer, Äthiopier. Mehr als 400 Menschen sollen bei dem Unglück ertrunken sein, befürchtet der somalische Botschafter in Kairo laut BBC. 29 Menschen sollen demnach gerettet worden sein.

Mattarella: "Erneute Tragödie"

Wer an der Rettungsaktion beteiligt war, ist ebenso unklar wie der Unglücksort und -zeitpunkt. In sozialen Medien kursierten Fotos handgeschriebener Passagierlisten und Vermisstenanzeigen, meldet die britische Daily Mail. Ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration wollte auf Nachfrage die Nachricht von dem neuesten Schiffsunglück im Mittelmeer noch nicht bestätigen.

Auch Italiens Präsident Sergio Mattarella drückte sich bei einer Veranstaltung in Rom vorsichtig aus und sprach von einer "erneuten Tragödie" im Mittelmeer, bei der "scheinbar mehrere hundert Menschen" ihr Leben verloren hätten.

Privates Schiff rettet Flüchtlinge

Gesichert sind dagegen die Informationen zu einem weiteren im Mittelmeer in Seenot geratenen Flüchtlingsboot. Italienische Rettungskräfte haben auf einem Schlauchboot sechs Leichen gefunden. 108 weitere Migranten konnten gerettet und an Bord des privaten Rettungsschiffes Aquarius genommen werden. Das Boot war angesichts der ungünstigen Witterungsbedingungen in Seenot geraten und hatte einen Notruf abgesetzt. Italienische Medien berichten, dass etwa 20 Passagiere vermisst werden.

Vor genau einem Jahr sank vor der libyschen Küste ein Flüchtlingsboot mit über 700 Menschen. Das bislang schwerste Schiffsunglück bei der Flucht übers Mittelmeer. Heute begann die italienische Marine mit der Bergung des Wracks, das immer noch in 400 Metern Tiefe liegt - mit noch mehreren hundert Leichen an Bord.