Leverkusen. Die Polizei hat am Dienstagabend eine verabredete Massenschlägerei in Leverkusen verhindert. Dutzende der mutmaßlich beteiligten Männer waren aus dem Bergischen und dem Rhein-Erft-Kreis angereist. Die Hintergründe sind unklar.
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Am Bahnhof Mitte in Leverkusen hätte sich am Dienstagabend beinahe eine Massenschlägerei mit rund 200 Beteiligten ereignet. An dem Bahnhof im Stadtteil Wiesdorf hatten sich nach Angaben der Polizei am Dienstagabend etwa 80 gewaltbereite Personen versammelt. Auch in den Stadtteilen Rheindorf, Opladen und Wiesdorf versammelten sich laut Polizei Gruppen von jeweils mehr als 20 Personen. Die Polizei konnte eine drohende Schlägerei am Bahnhof verhindern, weil sie von Passanten über die Versammlung informiert worden war. "So konnten wir entsprechend einschreiten", sagte ein Sprecher.

Die Polizei kontrollierte am Dienstagabend 111 Personen. Unter anderem fanden die Ermittler sogenannte Quarzsand-Handschuhe, die die Schlagkraft verstärken, Teleskopschlagstöcke, Messer, Mundschutz und eine Schreckschusspistole. Bei den kontrollierten Personen handelt es sich nach Angaben eines Sprechers mehrheitlich um Jugendliche und junge Männer. Gut die Hälfte davon sind nach Angaben der Behörde junge Deutsche mit Migrationshintergrund, die übrigen Kontrollieren kommen überwiegend aus der Türkei, aber auch aus Syrien, Irak oder den Balkan-Staaten. Acht Personen wurden in Gewahrsam genommen.

Die Hintergründe der offensichtlich geplanten Massenschlägerei sind am Mittwoch noch unklar. "Wir haben eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die den Hergang klären soll", sagte der Sprecher. Es sei noch nicht bekannt, wer sich warum mit wem schlagen wollte. Unklar sei auch, ob zwei oder mehr Gruppen miteinander im Konflikt standen. Die bisherigen Vernehmungen gestalteten sich laut Polizei schwierig, weil sich die Befragten bedeckt hielten.

Laut Polizei waren die jugendlichen und jungen Männer zum Teil aus dem Umland nach Leverkusen gekommen, zum Beispiel aus Köln, dem Bergischen Land oder aus Städten im Rhein-Erft-Kreis. "Wir wissen nicht, ob wir die Hintergründe heute noch aufklären können", sagte der Sprecher am Mittwochmittag.

Die Polizei ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs. Bei einigen Beteiligten hielten die Beamten sogenannte Gefährderansprachen, um weitere Taten zu verhindern. Bei diesen Ansprachen weisen Polizisten Tatbeteiligte unter anderem darauf hin, welche Konsequenzen ihnen im Falle einer Wiederholung drohen.

Erst am vergangenen Samstag waren mehrere Personen bei einer Schlägerei in Leverkusen verletzt worden. Ein Zusammenhang zwischen den Vorfällen sei unwahrscheinlich, sagt die Polizei.

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