Mount Logan - Die argentinische Bergsteigerin Natalia Martinez sitzt nach Angaben des kanadischen Fernsehsenders CBC seit Tagen alleine auf etwa 3000 Höhe auf Kanadas höchstem Berg, dem Mount Logan, fest. Frühestens am Freitag könnten Rettungshubschrauber die 37-Jährige aus dem Gebiet fliegen.
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Am Montag erschütterten zwei Erdbeben der Stärken 6,2 und 6,3 die Gegend und lösten Schneelawinen aus. Martinez blieb unverletzt, konnte ihre neuntägige Tour bis zum fast 6000 Meter hoch gelegenen Gipfel des Mount Logan aber nicht mehr fortsetzen, da weitere Lawinen nicht auszuschließen sind, und sitzt seitdem auf etwa der Hälfte des Berges fest. Es sei gefährlich für sie, weiter zu klettern, sagt ihr Partner Camilo Rada dem CBC. Er ist über ein Satellitentelefon mit Martinez in Kontakt. Der Plan sei, sie per Helikopter aus dem Gebiet zu retten. Dies ist jedoch bisher aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse nicht möglich gewesen. Vor Freitag ist keine Besserung der Witterung zu erwarten.

Martinez ist eine erfahrene Bergsteigerin und professionelle Skilehrerin. Durch ihre Erfahrung in den Bergen Patagoniens, die ebenfalls für schwierige Wetterverhältnisse bekannt sind, wüsste sie, wie man ein Lager stabil und vor Sturm geschützt errichtet, so Rada.

„Als würde die ganze Welt zusammenstürzen.“

Als am Montagmorgen die Erdbeben das Gebirge erschütterte, war Martinez in ihrem Zelt schon über den Wolken. Es war, als würde der Berg auseinanderbrechen, erzählte sie Rada. Der Boden unter ihren Füßen rutschte weg, und sie sah Lawinen aus sogenannten Séracs, also Türmen aus Gletschereis, um sich herum. „Sie hatte große Angst“, so Rada gegenüber dem CBC. „Es muss sich angefühlt haben, als würde die ganze Welt zusammenstürzen.“


In der Nacht müsse sie mehrmals das Zelt von Schnee freischaufeln. Sie befände sich derzeit in einer relativ sicheren Position, sagt Sian Williams von Icefield Discovery Tours, die Martinez zu ihrem ursprünglichem Basis-Camp geflogen haben, dem CBC. Dennoch: Die Gegend der Eliaskette, in der der Mount Logan liegt, sei ein „sehr wilder Teil der Welt“ und Martinez noch immer von Gefahren umgeben.

Camilo Rada gibt sein Bestes, ruhig und positiv zu bleiben. „Natürlich sorge ich mich“, aber Natalie Martinez sei eine starke Frau, die nicht aufgeben werde.

lsc