An einem Bahnübergang gibt es wegen Bauarbeiten nur Behelfsschranken, es kommt zum Zusammenstoß eines Lasters mit einem Zug. Der Fahrer stirbt, etliche Reisende werden verletzt. Wer trägt die Schuld?
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Die Unfallstelle am Montag – der verunglückte Zug stoppte rund 300 Meter hinter dem Bahnübergang, an dem sich der Unfall zuvor ereignete.
Beim Zusammenstoß eines Regionalexpress-Zuges mit einem Lastwagen in Neustadt bei Hannover ist ein Mensch ums Leben gekommen, elf wurden leicht verletzt. Der Lkw-Fahrer starb am Montag in seinem vollkommen zertrümmerten Führerhaus, wie ein Bahnsprecher sagte. Der mit 350 Reisenden besetzte Zug war auf dem Weg von Hannover nach Bremerhaven. Im Bahnverkehr der Region kam es zu Verzögerungen.

Zu dem Zusammenstoß kam es am Bahnhof von Neustadt-Eilvese auf einem normalerweise mit Halbschranken und Blinklicht gesicherten Bahnübergang. Weil dort am Montag aber Bauarbeiten stattfanden, waren nach Angaben der Feuerwehr zum Zeitpunkt des Unfalls nur Behelfsschranken in Betrieb, die per Hand von Bahnarbeiten bedient wurden. Darauf konzentrierten sich nun die Unfallermittlungen.

Nach Angaben eines Bahnsprechers gibt es zwei mögliche Szenarien für den Unfall. Entweder sei der Lkw-Fahrer durch die Behelfsschranke gefahren, oder der Posten habe die Schranke trotz des herannahenden Zuges geöffnet.

Der Lastwagen wurde bei der Kollision laut der Feuerwehr vollkommen zertrümmert. Der Zug habe den Lkw ohne Anhänger mit üblicher Reisegeschwindigkeit erfasst und sei erst rund 300 Meter weiter zum Stehen gekommen.

Fernzüge wurden weiträumig umgeleitet

Das Wrack des Lastwagens wurde seitlich gegen den Steuerwagen des Zuges geschleudert, wodurch etliche Fenster des Doppelstockzuges zersplitterten. Auch die Außenhaut des Zuges wurde beschädigt, die Bahn blieb aber im Gleis. Feuerwehrleute halfen den Reisenden über eine Rettungsplattform aus dem Zug. Busse brachten sie zum nächsten Bahnhof.

Der Regionalexpress ist auf der Strecke normalerweise mit bis zu 160 Stundenkilometern unterwegs. Ob der Zug wegen Gleisarbeiten langsamer als üblich fuhr, konnte die Feuerwehr nicht sagen.

Die Hauptstrecke von Hannover nach Bremen wurde bis auf weiteres gesperrt, es kam zu erheblichen Behinderungen. Im Regionalverkehr wurden Ersatzbusse eingesetzt. Fernzüge wurden weiträumig umgeleitet.

Quelle: dpa