Wladimir Putin
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Russlands Präsident Wladimir Putin hat den ehemaligen Chef der US-Bundespolizei FBI, James Comey, mit dem Whistleblower Edward Snowden verglichen und ihm Asyl angeboten, sollte er in seiner Heimat rechtlich verfolgt werden.

„Er (Comey - Anm. d. Red.) sagte, er habe ein Gespräch mit dem Präsidenten (Donald Trump) aufgezeichnet und dieses Material dann über einen Freund den Medien zugespielt“, sagte Putin am Donnerstag beim „Direkten Draht“, seiner jährlichen TV-Sprechstunde mit den Bürgern.

„Das klingt sehr seltsam, wenn ein Geheimdienstchef ein Gespräch mit dem Staatschef aufzeichnet und dies dann auch den Medien zuspielt. Wodurch unterscheidet sich dann der FBI-Direktor von Herrn Snowden?“, fragte Putin.

Nach seiner Einschätzung gleicht das Vorgehen des ehemaligen FBI-Direktors dem eines „Bürgerrechtlers, der eine bestimmte Position verteidigt“.

Ex-Chef des FBI James Comey
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Der ehemalige Chef der US-Bundespolizei FBI, James Comey
„Apropos: Wenn er (Comey) in diesem Zusammenhang auf irgendeine Weise verfolgt werden sollte, dann wären wir bereit, auch ihm politisches Asyl in Russland zu gewähren. Er muss das wissen“, so Putin.

Comey, der Russland Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl vorgeworfen, jedoch keine Beweise vorgelegt hatte, wurde im Mai von US-Präsident Donald Trump entlassen.

Der ehemalige Mitarbeiter der US-Geheimdienste CIA und NSA Edward Snowden hatte im Juni 2013 den Zeitungen Washington Post und Guardian eine Reihe von Geheimdokumenten über Ausspähaktivitäten der USA und Großbritanniens übergeben. Er brachte unter anderem ans Licht, dass US-Geheimdienste das private Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehört hatten. Danach flüchtete Snowden zuerst nach Hongkong, dann nach Moskau. Russland gewährte dem Whistleblower Asyl.