Die Kritik aus Tel Aviv wird lauter. Die Vereinbarung über eine Waffenruhe in der Grenzregion zu Israel und Jordanien stärke den iranischen Einfluss in der Region, so die israelische Führung. Dieser soll am besten ganz verhindert werden, heißt es aus dem Verteidigungsministerium.

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Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu bei einer Kabinettsitzung am 09. Juli 2017.
Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat seine Haltung gegenüber den Vereinbarungen, die vor einer Woche in Kraft getreten sind, erstmals bei seinem Paris-Besuch vor Journalisten dargelegt.
Netanjahu sagte am Sonntag nach seinem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron vor Journalisten, Israel trete gegen das Waffenstillstandsabkommen im Süden Syrien auf, das die USA und Russland vereinbart hatten, weil dieses Abkommen die Präsenz des Irans in diesem Land verewigen könne, schrieb die Zeitung Haaretz am Sonntag.

Kommentar: Israel ist offensichtlich nicht wegen dem Iran besorgt sondern weil Frieden in Syrien droht. Psychopathen schieben die Schuld gerne auf andere. In der israelischen Regierung scheint es einige zu geben.


Wie Nachrichtenagentur Sputnik schreibt, zitierte der israelische Zweite TV-Kanal in diesem Zusammenhang einen namentlich nicht genannten ranghohen Beamten:
Israel weiß Bescheid über die expansionistischen Bestrebungen des Irans in Syrien, sagte er in Bezug auf iranische Pläne in Syrien einen Flottenstützpunkt und eine Luftwaffenbasis zu etablieren.
Laut Medienberichten ist die israelische Führung auch damit unzufrieden, dass die Urheber der genannten Vereinbarungen lediglich eine an Israel angrenzende 20 Kilometer weite Zone für die iranischen Kräfte gesperrt haben.

Die israelische Führung betrachtet den Iran als „Bedrohung Nummer Eins“. Tel Aviv ist über das iranische Atomprojekt besorgt, das zwar reduziert, aber nicht unterlassen wurde.

Das Abkommen über den Waffenstillstand im Südwesten Syriens und in den an Israel und Jordanien grenzenden syrischen Provinzen Daraa, Kunaitra und Suwaida war beim G20-Gipfel in Hamburg von Russland und den USA gebilligt worden und trat bereits am 9. Juli in Kraft.

Am gleichen Tag telefonierte Benjamin Netanjahu mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Außenminister Rex Tillerson und teilte seine Besorgnis bezüglich der Rolle Irans mit.
Beide haben mir gesagt, sie verstehen Israels Haltung und werden unsere Forderungen behandeln", sagte Netanjahu in einer Kabinettssitzung.
Der israelische Ministerpräsident fügte hinzu, er werde den Waffenstillstand begrüßen, wenn die pro-iranischen Kräfte dadurch nicht gestärkt würden.

Einer schärferen anti-iranischen Rhetorik bedient sich der israelische Verteidigungsminister Avigdor Liebermann.
Iran verwandelt heute ganz Syrien, darunter auch den Süden, in einen Platzdarm für Handlungen gegen Israel. Wir werden das unter keinen Umständen dulden und werden darauf bestehen, dass Iran aus Syrien verschwindet, erklärte Liebermann.
Er fügte hinzu, dass Israel die Friedensbemühungen in Syrien grundsätzlich unterstützt, die Details sollten aber mit Israel vorher abgestimmt werden.