Anlässlich eines Interviews mit dem rusischen Präsidenten Wladimir Putin zu seinem 68. Geburtstag gab das Staatsoberhaupt interessante Details über seine Jugend und Familie preis. Unter anderem erläuterte er, dass der deutsche Geheimdienstagent Richard Sorge zu seinen Jugendzeiten ein Vorbild für ihn war.
Wladimir Putin
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Wladimir Putin am 22.09.2020 in Moskau
Der Kremlchef erklärte außerdem, warum über seine Familie nur wenig bekannt ist.

"Wer war für Sie ein Vorbild, als Sie jung waren?", fragte der Korrespondent Andrei Wandenko von der Nachrichtenagentur TASS. "Richard Sorge. Aber das ist eine andere Geschichte", antwortete Putin. "In welchem Alter war das?", hakte der Journalist nach. "In der Oberstufe", sagte Putin.

Richard Sorge wurde im Jahr 1895 als Sohn eines deutschen Ingenieurs und dessen russischen Frau im heutigen Aserbaidschan geboren. Er war Journalist und für den sowjetischen Militärgeheimdienst tätiger Spion. Seine Warnungen vor dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 wurden ignoriert.

Die von ihm September übermittelte Nachricht, dass Japan keinen Angriff auf den Fernen Osten plante, ermöglichte es der sowjetischen Führung, Einheiten der Roten Armee aus Sibirien abzuziehen und mit ihnen vor Moskau den deutschen Vormarsch aufzuhalten.

Später wurde er enttarnt und im November 1944 von den Japanern hingerichtet. Posthum erhielt Sorge, der als einer der Meisterspione des vergangenen Jahrhunderts gilt, den Titel "Held der Sowjetunion".

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Auch über seine Kinder und Enkel wusste Wladimir zu berichten.
Auf die Frage, welche Vorbilder Putins Kinder hatten, als sie klein waren, sagte der Kremlchef: "Hoffentlich mich." Auf die Frage, wen seine Enkelkinder derzeit als Autorität betrachten, führte der Präsident einen Dialog zwischen seiner Tochter und deren Kind an. Es fragte die Mutter, warum es ihr gehorchen solle. Sie sagte, weil sie älter sei. "Nein, Opa Wowa ist älter", zitierte Putin sein Enkelkind mit einem Lächeln im Gesicht.

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Putin schätzt das Privatleben seiner Familie und macht das im Westen übliche Theater der öffentlichen Zurschaustellung seiner Nächsten nicht mit:
Wandenko wollte außerdem wissen, warum Putin sein Privatleben von der Öffentlichkeit abschirme. Darauf sagte der 68-Jährige, dass Menschen bei Präsidentschaftswahlen für ihn stimmen, für deren Hoffnungen, die sie mit seinem Amt verbinden - und nicht für seine Familie. Er fügte hinzu:
"Ich weiß, dass die westliche politische Kultur die Repräsentanz der Familienmitglieder vorsieht. Doch ich finde, wir sind nicht in dieser Lage, um bei diesem Theater mitzumachen."
Außerdem betonte Putin, dass es Sicherheitsaspekte gäbe, die man nicht vergessen sollte. Auf die Frage, wie viele Enkelkinder er habe, wollte der Präsident nicht näher eingehen. Er sagte lediglich:
"Ich habe Enkelkinder, ich bin glücklich. Sie sind sehr tüchtig, sehr süß. Es macht mir große Freude, mit ihnen zu kommunizieren."
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