
Wahrscheinlich, so eine Theorie zur Entstehung der unregelmäßigen Jupitermonde, wurden vor rund vier Milliarden, während des sogenannten "Schweren Bombardements" die jungen Planeten des Sonnensystems immer wieder durch Einschläge von kleineren und größeren Resten der Planetenbildung getroffen und einige davon von dem Gasriesen eingefangen. Einige dieser "neuen" Monde könnten dann - während sie nach und nach ihre heutigen Umlaufbahnen eingenommen hatten - miteinander kollidiert und so zerkleinert bis pulverisiert worden sein.
Bisherige Modellberechnungen legen nahe, dass Jupiter auf diese Weise insgesamt rund 70 Millionen Gigatonnen felsiges Material eingefangen habe. In Wirklichkeit kann davon heute aber nur etwa die Hälfte in Form der unregelmäßigen Monde nachgewiesen werden. "Was ist also mit dem restlichen Material passiert?", zitiert der New Scientist William Bottke.
In eigenen Simulationen haben Bottke und Kollegen die Entwicklung dieser kleineren Monde modelliert und dabei festgestellt, dass das durch die Zusammenstöße pulversierte Material nach und nach durch die Gravitation des Gasriesen und getrieben vom Sonnenwind, in Richtung Jupiter gewandert ist. Etwa 40 Prozent dieses Asteroidenregens hat sich dabei auf die großen Jupitermonde verteilt. Das meiste dieses Materials, so die Simulationen, gelangte auf Kallisto, gefolgt von Ganymed und Europa.

Im Gegensatz zu Ganymed und Callisto erscheint die Oberfläche von Europa jedoch vergleichsweise sauber. Die gewaltigen Risse im kilometerdicken Eispanzer des Mondes deuten allerdings daraufhin, dass es hier fortwährend zu einem kreislaufartigen Austausch von Oberflächenmaterial mit dem aus dem Untergrund kommt. Die kohlenstoffhaltigen Trümmer könnten also schon lange in den Eispanzer eingelagert worden sein und so auch den darunterliegenden flüssigen Wasserozean angereichert haben.
Während die Berechnungen von Bottke und Kollegen bislang nur den Minimalwert der möglichen Materialmenge beschrieben haben, die auf diese Weise Europa erreicht haben könnten, vermutet Cynthia Phillips, Europa-Expertin beim SETI-Institue in Mountain View gegenüber dem New Scientist, dass möglicherweise noch viel größere Mengen auf den Wassermond gelangt sein könnten: "Aus astrobiologischer Sicht könnte dies von großem Interesse sein", so die Wissenschaftlerin.
Quelle: newscientist.com




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