Alle diejenigen, die sich um den Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre im Internet Sorgen machen, können sich vielleicht schon bald gegen bestimmte Überwachungsmöglichkeiten verteidigen. Zwei japanische Wissenschaftler haben eine Brille entwickelt, die Gesichtserkennungssysteme verwirrt, ohne dabei die eigene Sehfähigkeit einzuschränken.

© The National Institute of Informatics, Japan
Professor Isao Echizen, außerordentlicher Professor am Nationalen Institut für Informatik in Tokio, und Professor Seiichi Goshi von der Kogakuin-Universität [ebenfalls in Tokio] haben eine Brille konstruiert, die Internetsuchmaschinen, soziale Netzwerke oder andere Dienstleister daran hindert, den Träger dieser Brille über Gesichtserkennungssysteme zu identifizieren. Die Brille ist mit Lichtquellen ausgestattet, die im nahen Infrarotbereich abstrahlen. Dies führt dazu, dass zwar die Abbildung der Gesichtsmerkmale des Brillenträgers durch Kameras verzerrt wird, aber seine Sehfähigkeit nicht eingeschränkt wird.
Die Lichtquellen werden mithilfe von Batterien betrieben, die der Träger in seiner Tasche verstauen kann. Aber wie die beiden Forscher erklären, arbeiten sie bereits an einem verbesserten Modell, bei dem die Batterien dieses »Privatsphärenschutzes« in die Brille selbst integriert sind.Einige Unternehmen haben bereits Interesse an einer Vermarktung des Gerätes bekundet, sagten die Wissenschaftler. Unter Bedingungen einer Massenproduktion könnte der Stückpreis sehr niedrig ausfallen und bei etwa einem Dollar liegen.Professor Echizen führt aus, vorrangiges Ziel bei der Entwicklung dieses Gerätes sei es gewesen,»fotografierte Personen vor einer Verletzung ihrer Privatsphäre zu schützen«, die »durch Fotos verursacht wird, die heimlich oder unabsichtlich von Kameras aufgenommen und gespeichert wurden«.Die Idee zu diesem Gerät entstand, als Echizen entdeckte, dass das von Google
eingesetzte Gesichtserkennungssystem in der Lage ist, Personen zu erkennen, auch wenn sie nacheinander fünf verschiedene Sonnenbrillen tragen und aus verschiedenen Blickwinkeln fotografiert werden.Gesichtserkennungssysteme werden in erheblichem Umfang von Strafverfolgungsbehörden, Internetsuchmaschinen und sozialen Netzwerken eingesetzt.Darüber hinaus werden diese Systeme auch von Verkaufsgeschäften benutzt, die auf diese Weise zu Marketingzwecken statistische Daten über ihre Kunden sammeln.Ein Beispiel für den Ablauf einer Gesichtserkennung: Der Bereich innerhalb des grünen Rahmens verweist auf eine erfolgreiche Identifizierung.

© The National Institute of Informatics, Japan
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