
Aufgrund ihrer Fähigkeit zur Kryptobiose, können sich die Tiere in einen todesähnlicher Zustand versetzen, in dem sie extremste Umweltbedingungen überdauern können. Gleich mehrere Jahrzehnte könnten die Tiere so gänzlich ohne Nahrung und Wasser auskommen, Temperaturen um den absoluten Nullpunkt ebenso überdauern wie überkochendheißes Wasser. Auch Druckverhältnisse von Null bis hinunter zum Meeresboden überstehen die "Wasserbärchen" ebenso wie direkte gefährliche Strahlungsdosen. Hierzu können die Tiere Schäden an ihrer eigenen DNA reparieren und den Wassergehalt ihres Körpers bis auf wenige Prozent reduzieren.
Schon 2008 überstanden Bärtierchen denn auch die Umstände des freien Weltraums, als sie in einem Container ungeschützt vor Vakuum und ionisierter Strahlung außerhalb einer Sonde die Erde umkreisten (...wir berichteten).
Wäre es nach den Plänen russischer Wissenschaftler gegangen, so hätten Bärtierchen im Oktober 2012 sogar den Marsmond Phobos besucht - waren die extremen Überlebenskünstler doch genau dorthin im Rahmen der russischen Mission "Fobos-Grunt" gemeinsam mit neuen anderen lebenden Arten von Mikroorganismen unterwegs (...wir berichteten).
Auf dem Marsmond sollte Landeeinheit zahlreiche Experimente durchführen und dabei auch die Mikroorganismen und pflanzliche Samen an Bord des Landers auf Phobos absetzten und diesen gemeinsam mit den Bodenproben in einer Rückkehrkapsel auch wieder Richtung Erde verlassen. Gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern der kalifornischen "Planetary Society" (PS) sollten damit die Auswirkungen eines Langzeitfluges zum Mars und zurück zur Erde auf die Kleinstlebewesen untersucht und damit zugleich die so genannte Panspermie-Theorie getestet werden, nach der das Leben im Innern etwa von Meteoriten auf die Erde und andere Planeten gelangt sein könnte. Allerdings kam es noch während der Abflugphase zu einer technischen Fehlfunktion, weswegen die Sonde den Erdorbit nie verließ und am 15. Januar 2012 wieder in der Erdatmosphäre verglühte (...wir berichteten).
- Weitere Aufnahmen der Fotoserie finden Sie hier
Quelle: NASA, fineartamerica.com, sciencesource.com



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