Heftige Schneefälle, schlechte Sicht, Glatteis: 100 Autos sind auf der A 45 zusammengestoßen, etliche Menschen wurden verletzt. Der Flughafen Frankfurt wurde dichtgemacht, mittlerweile können Flieger zumindest auf einer Startbahn wieder abheben. Ein Ende des "Märzwinters" ist nicht abzusehen.
Bei einer Massenkarambolage in Hessen sind mindestens 100 Autos zusammengestoßen, darunter auch einige Lastwagen. Todesopfer gab es bei dem Serienunfall auf der A 45 nahe Münzenberg im Wetteraukreis nicht. Allerdings wurden etliche Menschen verletzt, einige schwer.
"Während der Unfallserie herrschte starkes Schneetreiben und glatte Fahrbahn", sagte ein Polizeisprecher. Die Autos und Lastwagen seien auf der A 45 in Fahrtrichtung Hanau zusammengestoßen. Die Unfallstelle liegt zwischen den Ausfahrten Wölfersheim und Florstadt.
Die Autobahn ist aufgrund von Bergungsarbeiten derzeit in beiden Richtungen voll gesperrt. "Die Sperrung dürfte mehrere Stunden andauern", teilte die Polizei mit. Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschte starkes Schneetreiben.
Flughafen Frankfurt gesperrtWegen starken Schneefalls war der Flughafen Frankfurt am Main am Dienstagvormittag komplett geschlossen. Die Landebahnen waren verschneit, eine von Startbahn wurde am Nachmittag wieder geöffnet. Es sind aber einer Flughafensprecherin zufolge nur vereinzelte Starts möglich, Landungen dagegen nach wie vor überhaupt nicht. Bis zum Dienstagnachmittag seien mehr als 400 Flüge ausgefallen.
Auch die Crews der Fluggesellschaften hatten Angaben des Flughafenbetreibers zufolge wegen des Winterwetters Probleme, pünktlich zur Arbeit zu kommen. Zuvor hatte Schulte bereits angekündigt, dass 200 bis 300 Flüge ausfallen. Insgesamt waren 1250 Flüge geplant.
Passagierrechte bei Flugverspätung Stranden Fluggäste wegen Eis und Schnee auf dem Flughafen, muss sich die Airline um Verpflegung und Unterkunft kümmern. Essen und Getränke sind ab einer Verspätung von zwei Stunden zu stellen. Auf diese Rechte weist die Verbraucherzentrale Brandenburg hin. Kann der Flieger erst am nächsten Tag starten, muss die Fluggesellschaft außerdem für eine Unterbringung und die Fahrt dorthin sorgen.

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Grundsätzlich muss die Airline in einem solchen Fall alle Maßnahmen treffen, um die Passagiere schnellstmöglich ans Ziel zu bringen. Das kann eine kostenlose Umbuchung auf den nächstmöglichen Flug bedeuten oder eine Beförderung auf andere Weise - bei einer längeren Schließung des Flughafens zum Beispiel per Bahn oder mit einem Flugzeug von einem benachbarten Airport. Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast außerdem das Recht, das Ticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen.
Schlechte Karten haben Reisende, wenn sie auf eine Ausgleichszahlung hoffen. Diese steht ihnen laut einer EU-Verordnung generell zu, wenn Flüge ausfallen oder sich mehr als drei Stunden verspäten. Eine Ausnahme ist jedoch höhere Gewalt - darunter fällt auch massiver unerwarteter Schneefall. Fällt der Flug jedoch nur deshalb aus, weil zum Beispiel zu wenig Enteisungsmittel zur Verfügung stand, ist die Lage anders, erklärt Fischer-Volk: In diesem Fall steht Betroffenen eine Ausgleichszahlung zu.
"Märzwinter" ist gar nicht so seltenDer "Märzwinter" lässt Deutschland und weite Teile Europas auch in den kommenden Tagen nicht los. Schnee und Eiseskälte sind am Dienstag in der Mitte des Landes angekommen und ziehen nach Angaben von Meteorologen in den kommenden Tagen weiter nach Süden. Auf Autobahnen und Straßen vor allem in Hessen und Nordrhein-Westfalen kam es zu schweren Autounfällen und kilometerlangen Staus. In Berlin legten Schnee und Eis den S-Bahn-Verkehr teilweise lahm. Mehrere Schulen in Hessen gaben ihren Schülern schneefrei. In Frankreich schneiten Hunderte Autofahrer auf einer Nationalstraße im Nordwesten ein.
Meteorologen sehen noch keine Aussicht auf Frühling: Der "Märzwinter" breitet sich in ganz Deutschland aus. Am Dienstag bekamen der Westen und die Mitte eine kräftige Ladung Schnee ab, im Norden herrschten durchweg Minustemperaturen, nur im Süden zeigte das Thermometer immer noch Plusgrade. Auch dort zieht im Laufe der Woche Frost ein. Am Wochenende erwarten die Meteorologen eine leichte Milderung. Von "Märzwinter" sprechen die Meteorologen, wenn ein Kälteeinbruch den Frühling im März noch einmal ausbremst. "Das ist gar nicht so selten", sagte Meteorologe Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst.
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