Bei einem 2011 im Golf von Mexiko gefangenen Exemplar handelt es sich tatsächlich um den ersten bekannten Fall eines doppelköpfigen Bullenhais und nicht, wie bislang vermutet, lediglich um siamesische Zwillinge.
Doppelköpfiger Hai, Missbildung
© Michael Wagner Doppelköpfiger Hai.
East Lansing (USA) - Wie Forscher um Michael Wagner von der Michigan State University aktuell im Fachmagazin Journal of Fish Biology berichten, wurde das kuriose Tier am 7. April 2011 von einem Fischer im Uterus eines ausgewachsenen Haiweibchens entdeckt, verstarb jedoch kurz nach dieser Zwangsgeburt. Selbst wenn das Tier auf natürlichem Wege geboren worden wäre, so vermuten die Biologen, hätte es kaum Überlebenschancen gehabt.

Während bereits Fälle von Doppelköpfigkeit bei Blau- und Hundshaien bekannt wurden, handelt es sich bei dem aktuell untersuchten Fund um das erste Bullenhai-Exemplar mit dieser Fehlbildung.

Doppelköpfiger Hai, Missbildung
© Michael WagnerRöntgenaufnahme des doppelköpfigen Hais.
"Hierbei handelt es sich um ein interessantes und zudem sehr seltenes Phänomen", so Wagner. "Es ist wichtig, diesen Teil der Naturgeschichte dokumentieren zu können. Allerdings müssen wir noch weitere Exemplare finden, bevor wir Schlussfolgerungen darüber zeihen können, was genau zu dieser Entwicklung führt. Für einen Einfluss von Umweltverschmutzung etwa durch den Ölunfall der 'Deepwater Horizon' im Golf von Mexiko gibt es bislang schlichtweg keine Beweisgrundlage."

Hauptgrund für die Seltenheit derartiger Funde ist vornehmlich der Umstand, dass die meisten Lebewesen mit vergleichbaren Fehlbildungen schon kurz nach der Geburt sterben und die meisten Fälle bei Echsen und Schlangen in Gefangenschaft dokumentiert werden konnten.


Quelle: msu.edu