Der lange Winter macht vielen Menschen ordentlich zu schaffen.

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München - Richtig ernst könnte der Dauerfrost aber für Bayerns Landwirte werden. Wegen der eisigen Temperaturen können sie ihre Felder nicht rechtzeitig bestellen. Und das könnte bereits jetzt Folgen für die Ernteerträge haben.
Der eine oder andere Traktor rumpelte zwar mancherorts schon über die frostigen Felder. Doch wer glaubt, dass die Landwirte trotz der Eiseskälte bereits eifrig bei der Feldarbeit sind, täuscht sich. Bisher konnten die Bauern an den wenigen Frühlingstagen im März lediglich den ersten Dünger verteilen - für die im Herbst gesäten Getreidearten wie Winterweizen, Winterroggen oder auch Raps. Und selbst diese Arbeit trug auf den schneebedeckten Feldern keine Früchte: Die Pflanzen wachsen nicht, es ist ihnen einfach zu kalt.
Dabei ist der März, wenn der Frühling eigentlich langsam ins Land zieht und der Boden auftaut, der Monat, in dem die Bauern mit ihrer Feldarbeit beginnen. „Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt. Er setzt seine Felder und Wiesen instand“ heißt es in einem alten Volkslied. Doch
Pustekuchen im März 2013. Das Wetter spielt nicht mit, Schnee und Kälte haben Bayern fest im Griff. Die Folge: Die Landwirte können längst fällige Arbeiten auf ihren Feldern nicht erledigen.
Matthias Kick, Referent für Getreide und Ölsaaten des Bayerischen Bauernverbandes, erklärt: „Normalerweise ist das Sommergetreide, wie zum Beispiel Sommerweizen, Sommergerste oder Hafer, um diese Jahreszeit in weiten Teilen Bayerns bereits ausgesät.“ Nun verzögert sich alles.
Nicht nur die bayerischen Getreidebauern warten sehnsüchtig auf den Frühling. Auch die Frühkartoffelanbauer scharren auf ihren Höfen mit den Hufen. Denn wegen des frostigen Wetters können sie die Knollen nicht in den Boden setzen. „Die Pflanzkartoffel würde im kalten Boden nur frieren und nicht wachsen“, sagt Ernst Schuhmann, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft für Veredelungskartoffeln in Rain am Lech.
Die Zeit drängt. Der Monat März ist so gut wie verloren. Grob zwei Wochen Verspätung habe man inzwischen mit dem Pflanzen, so Schuhmann. Es besteht die Gefahr, dass die Ernteerträge geringer ausfallen könnten - sollte das Wetter weiterhin so schlecht bleiben.
Doch der Kartoffelbauer Schuhmann hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich der hartnäckige Frost noch rechtzeitig verabschiedet. „Sollte es jetzt doch endlich wärmer werden und die Böden ausreichend abgetrocknet sein, werden die bayerischen Bauern die Tage auf den Feldern und Wiesen verbringen“, prognostiziert er. Und dann ist Organisationstalent gefragt: Aussaat, Düngung und erste Pflanzenschutzarbeiten müssen in kürzester Zeit erledigt werden - notfalls selbst an Sonntagen, Feiertagen und in den Abendstunden.
Die Getreidebauern werden den Zeitverlust auch mit einer höheren Aussaatstärke reinholen. „Das sorgt dafür, dass die Pflanzen auf den Feldern beim Sommergetreide dicht genug wachsen“, erklärt Matthias Kick vom Bayerischen Bauernverband. Auch der Ernte-Experte ist zuversichtlich: „Wir wissen, dass die Natur vieles kompensieren kann. Deshalb hoffen wir, dass der April gute Aussaat- und Wachstumsbedingungen mitbringt“, so Kick. Dann sieht es auch für Zuckerrüben und Mais gut aus. Den Bauern bleibt allerdings jetzt nur eins übrig: abwarten.
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