Im nächsten Jahr könnte sich eine "einzigartige" und katastrophale Kollision in unserem Sonnensystem ereignen. Wie neueste Berechnungen zeigen, rast ein riesiger Komet auf den Planeten Mars zu. Ein im Januar entdeckter Himmelskörper erreicht den Mars im Herbst 2014. Wenn es wirklich zu einer Kollision kommt, wird dies globale Folgen für den Mars mit sich bringen.

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Noch sind die Daten zu ungenau. Niemand weiß, was im Oktober 2014 wirklich geschehen wird. Tatsache aber ist, dass ein sehr großer Komet dann im Extremfall sogar mit unserem äußeren Nachbarplaneten Mars kollidieren könnte. Das Objekt geriet am 3. Januar erstmals ins Visier eines automatisierten Suchsystems am australischen "Siding-Spring
-Observatorium".
C/2013 A1 (Siding Spring), so die Bezeichnung des Kometen, muss allerdings erst noch länger beobachtet werden, um die Bahn exakter bestimmen zu können. Er ist ein Neuankömmling im inneren Sonnensystem, stammt aus der gigantischen Oort-Wolke, die unseren Stern in bereits interstellarer Entfernung umgibt. Deshalb liegen keinerlei weitere Bahninformationen vor, ganz im Gegensatz zur Situation bei kurzperiodischen Kometen wie Halley, der rund alle 76 Jahre einmal in Sonnennähe gelangt.
Immerhin lassen Helligkeit und Distanz des uralten Neulings bereits sinnvolle Abschätzungen seiner Kerngröße zu. Und die ist mit rund 50 Kilometern doch beachtlich. Als »Tag X« wurde der 19. Oktober 2014 ermittelt. Dann wird es zumindest zu einer sehr nahen Begegnung zwischen Mars und diesem Kometen kommen. Mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit liegt der Minimalabstand der beiden Himmelskörper bei unter 50.000 Kilometern, die derzeitigen Abschätzungen variieren jedoch, wobei eben auch der Kollisionsfall nicht ausgeschlossen werden kann. Im Gegenteil, neue Berechnungen, die bis zum 25. Februar anhand von sehr aktuellen Vermessungen der Bahn angestellt wurden, deuten sogar auf eine erhöhte Kollisionswahrscheinlichkeit. Sie scheint etwa im Bereich von 1 : 7.000 zu liegen. Das klingt nicht sonderlich dramatisch, darf aber bereits als recht hoch angesehen werden.
Und wenn es geschieht, wäre dies die größte Katastrophe, die sich seit Beginn astronomischer Forschung ereignet hat.Selbst die Jupiterkollision vom Juli 1994, bei der über 20 Trümmer des zerborstenen Kometen Shoemaker-Levy-9 den Riesenplaneten trafen, wäre im Vergleich hierzu recht harmlos. Während die größten Einzelfragmente von SL-9 etwa Kilometergröße besessen haben müssen, bekommt es Mars also mit einem wesentlich satteren Brocken von gleich 50 Kilometern Durchmesser zu tun. Er selbst ist ein vergleichsweise kleiner Planet. Seine Größe liegt bei etwas mehr als halbem Erddurchmesser. Deshalb wird er auch viel seltener getroffen. Als größter Planet unseres Systems hilft Jupiter seinerseits tatkräftig dabei mit, die Regionen diesseits des Asteroidengürtels auch vor größeren Kollisionskörpern freizuhalten. Viele »Eindringlinge« lenkt er von seiner Bahn ab und lässt etliche in seiner Atmosphäre explodieren.
Die Chance, dass ein Asteroid oder Komet mit dem Jupiter zusammenprallt, ist 2.800-mal höher als bei der Erde. Und eigentlich ist Mars noch feiner raus. Allerdings wird es 2014 bei ihm zumindest eng werden. Ganz anders als beim Jupiter wird die geringe Anziehungskraft des Roten Planeten nicht ausreichen, um die Bahn des mit beinahe 60 Kilometern pro Sekunde recht schnell nahenden Kometen wesentlich zu verändern und ihn bei einer engen Passage schließlich doch zum Absturz zu bringen. Aber sollte die ursprüngliche Bahn direkt ins Schwarze - oder besser: Rote - führen, kracht es ganz gewaltig! Die größten Nuklearexplosionen würden dagegen wie harmlose Knallfrösche wirken. Ein Aufprall dieser Art setzt eine Energie von 20.000 Gigatonnen TNT frei und erzeugt einen Einschlagkrater im Bereich von 500 bis 1.000 Kilometern Durchmesser.
Auch die Erde hat solche Riesentreffer bereits erlebt. Ein 15 bis 20 Kilometer großer Asteroid stürzte bekanntlich vor rund 65 Millionen Jahren auf die mexikanische Yucatán-Halbinsel und riss dort ein Loch in die Erde, dessen mittlerweile versunkene Ringwälle heute noch im Untergrund nachweisbar sind. Die doppelte Ringstruktur erreicht in der Außenzone offenbar bis zu 300 Kilometer Durchmesser. Dieses »Kreide-Tertiär-Ereignis« dürfte das wohl populärste sein, das aus der Erdgeschichte überliefert ist. Berühmt wurde es vor allem durch die damit wohl verbundene Auslöschung der Dinosaurier. Auch auf dem Mond sind gewaltige Einschlagsgebiete bekannt und mangels starker Erosionseffekte hervorragend konserviert. Das Mare Imbrium wurde zur Zeit des Großen Bombardements in der Urzeit unseres Sonnensystems in die Mondkruste gerissen. Auch hier war wohl ein 50 Kilometer großer Brocken im Spiel.
Heute gelangen nur noch selten Körper dieser Größenordnung in »unsere« Gefilde.
Doch wie aktuelle Beispiele zeigen, treten immer wieder mal Überraschungsgäste auf, vor allem Kometen. Keine Gefahr aus dem All? Die gegenwärtigen Ereignisse zeichnen da ein ganz anderes Bild.
In der letzten Zeit zogen wiederholt kleinere, aber doch bedrohliche Objekte eng an der Erde vorbei, vor zwei Wochen explodierte ein Feuerball in der Erdatmosphäre. Die Bilanz: Verwüstungen in Millionenhöhe und über 1.000 Verletzte. Auf Einschlaggefahren und aktuelle Ereignisse bin ich wiederholt in meinen
Unzensiert-Jahrbüchern eingegangen; um einige mysteriöse kosmische Aspekte geht es unter anderem auch im aktuellen Band.
Zurück zum Mars: Ein potenzieller Einschlag von C/2013 A1 würde dort globale Auswirkungen zeitigen. Der riesige Explosionskrater wäre »lediglich« die direkteste, wenn auch brutalste Folge. Hinzu kämen sekundäre Effekte, die den gesamten Planeten in Mitleidenschaft zögen. Vor allem würde sich eine riesige Trümmerwolke um die rote Welt legen und sie über Monate oder sogar Jahre hinweg einhüllen - mit entsprechendem Einfluss auf Temperaturen und Klima. Auf unserer Erde wäre dies das Ende der Zivilisation.

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Aber, selbst wenn der Komet von Siding Spring knapp am Mars vorbeizieht, könnte das nachteilige Auswirkungen haben, vor denen sich auch Raumfahrtingenieure fürchten: Nähert sich ein Komet unserer Sonne, entwickelt er in der Regel bereits jenseits der Marsbahn eine riesige Gas- und Staubhülle um seinen Kern. Diese Koma entsteht zwangsläufig, wenn die größere Sonnenwärme gefrorenes Oberflächenmaterial verdampfen lässt. Diese »Kometenhüllen« werden häufig größer als 100.000 Kilometer, können sich sogar über eine Million Kilometer ausweiten. Für C/2013 A1 mit seinem mächtigen, unverbrauchten Kern wäre zu erwarten, dass auch er eine umfangreiche Gas- und Staubproduktion an den Tag legt. Bei einer engen Begegnung wäre Mars mit seiner dünnen Atmosphäre einem Trümmerregen ziemlich hilflos ausgeliefert. Sämtliche gegenwärtig dort aktive Raumsonden und Oberflächenrover könnten dadurch komplett zerstört werden.
In ein paar Monaten sollte die Bahn von C/2013 A1 ausreichend genau bestimmt sein, um die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes mit dem Mars oder aber die engste Vorbeiflugdistanz sicher ermitteln zu können. Dann dürfte auch etwas klarer sein, welche Beobachtungsmöglichkeiten von der Erde aus bestehen. Klar ist bereits, dass Mars von uns aus zu jener Zeit zwar sichtbar sein, aber sehr tief am Horizont stehen wird. Ob man den Kometen in seiner Nähe erkennen kann, steht noch nicht fest. Voraussichtlich werden Teleskope dazu erforderlich sein. Welches Szenario sich sonst abspielen wird, muss momentan offen bleiben. In jedem Falle dürfte es aber im Oktober 2014 sehr spannend werden.
Also wenn der Komet wirklich in dieser gewaltigen Größe auf dem Mars einschlägt,dann werden die hochgeschleuderten Trümmer ca 1 Jahr später die Erde erreichen und treffen. Auf alle Fälle wird das mehr Auswirkungen haben als wir das uns vorstellen können. cara