
Die Kugeln selbst wurden in den Kammern im Süden und Norden entdeckt und sind rund 3 bis 10 Zentimeter in Durchmesser. Sie haben einen Kern aus Lehm und sind mit Jarosit, sogenanntem Gelberz, ummantelt.
"Jarosit entsteht durch die Oxidation von Pyrit (Katzengold)", erläutert der leitende INAH-Archäologe Gómez Chávez gegenüber Discovery News. "Das bedeutet, dass in vorkolumbianischer Zeit diese Objekte wie metallische goldene Kugeln ausgesehen haben. Gerade in der südlichen Kammer gibt es davon hunderte."
Neben den goldfarbenen Kugeln, waren auch die Wände dieser Kammern mit Mineralstaub aus Magnetit, Pyrit und Hematit bedeckt, was dem Raum selbst buchstäblich einen besonderen Glanz verliehen hatte.
"Wir glauben, dass sich hier unten hochrangige Personen wie Priester und Herrscher zu Ritualen zusammengefunden hatten", so Chávez weiter. Tatsächlich fanden sich in den Kammern auch zahlreiche andere Gegenstände, die auf diese Deutung verweisen. Darunter zahlreiche Töpferwaren und hölzerne, mit Kristallen, Jade und Quarz verzierte Masken, die die Forscher alle auf die Zeit um das Jahr 100 n. Chr. datierten.
Jetzt erwarten die Archäologen sehnsüchtig die Erkundung der noch verbliebenen und durch Schutt versiegelten Tunnel und Kammern. "Die Gänge sind noch in bestem Zustand und seit rund 2000 Jahren nahezu unberührt. Die Forscher hoffen, dass sich in den Kammern die Gräber der einstigen Herrscher von Teotihuacán befinden, von denen es bislang in der gesamten antiken Metropole keinerlei Anzeichen gab.
In ihrer Blütezeit gehörte Teotihuacán zu den größten und komplexesten Städten der Welt und beheimatete geschätzte 10.000 Menschen. Wie es scheint, wurde die Stadt gegen 700 n. Chr. und damit lange vor Ankunft der Spanier, aus bislang mysteriösen Gründen aufgegeben. Dabei schien es für die Bewohner und Herrscher klar, dass sie nie wieder an diesen Ort zurückkehren würden, da sie die Eingänge und verborgenen Kammern ihrer heiligen Tempel und Pyramiden absichtlich mit Schutt und Erdboden auffüllten und so versiegelten. Warum die Bewohner ihre Stadt, die sie als jenen Ort ansahen, "an dem die Menschen zu Göttern" werden verließen, ist bis heute ein Rätsel.
Quellen: inah.gob.mx, news.discovery.com




Kommentare von Lesern
für unseren Newsletter an