Die Versprechungen der Biotech-Industrie über die angebliche Robustheit ihres gentechnisch veränderten (GV) Getreides und anderer Feldfrüchte erweisen sich als falsch.
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Bei einer wissenschaftlichen Untersuchung an der University of Arizona zeigte sich eine zunehmende Resistenz von Schädlingen, sogar gegen die modernsten chemischen Pflanzenschutzmittel. Die neue Studie, deren Ergebnisse in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurden, erklärt, wie Multitoxin-Gen-Pflanzen sehr schnell die Fähigkeit verlieren, sich vor Schädlingen zu schützen. Das könnte schon bald ein komplettes Scheitern der GVO bedeuten, wenn nichts Entscheidendes geschieht.

Bei der Studie wurden bestimmte gentechnisch veränderte Getreidesorten und Feldfrüchte wie Mais und Baumwolle untersucht, bei denen durch die Einschleusung des Bakteriums Bacillus thuringiensis (Bt) und anderer Toxine, die innerhalb der Pflanze gegen Schädlinge wirken, eine genetische Mutation erzeugt wurde. Diese so genannte »Pyramiden«-Strategie, bei der mehrere GV-Toxine gegen dieselben Schädlinge eingesetzt werden, wurde angeblich entwickelt, um eine Resistenz gegen Pestizide und Insektizide dadurch zu verhindern, dass man Schädlingen mit zwei oder drei unterschiedlichen Toxinen zu Leibe rückt und nicht nur einem einzigen.

Doch laut dem genannten Bericht überlisten Insekten und andere Schädlinge dieses Vorgehen. Nach Auswertung verschiedener Laborversuche und nach mehreren Computersimulationen sowie anderer veröffentlichter Daten zu diesem Thema kam das Team zu der Erkenntnis, dass Multitoxin-Gen-Pflanzen Schädlinge nicht unbedingt redundant ausschalten - wenn ein Schädling gegen ein toxisches gentechnisch verändertes Merkmal resistent ist, reagiert er nicht notwendigerweise auch automatisch auf die anderen toxischen gentechnisch veränderten Merkmale. Tatsächlich ist die Reaktion von Schädlingen auf Multitoxin-GVO dermaßen komplex und unberechenbar, dass sich bereits ein völliges Scheitern abzeichnet.

»Die Analyse der veröffentlichten Daten über acht Arten von Schädlingen zeigt, dass bei 19 von 21 Experimenten eine Kreuzresistenz zwischen Cry1- und Cry2-Toxinen auftrat«, heißt es bei Homeland Security News Wire über die Ergebnisse der Studie. Cry1 und Cry2 sind zwei Arten von gentechnisch veränderten Toxinen, die in einigen Multitoxin-GV-Pflanzen gemeinsam verwendet werden. »Die Kreuzresistenz widerspricht dem Konzept der redundanten Abtötung; sie zeigt, dass das gewählte Toxin die Resistenz gegen das andere Toxin verstärkt


GVO-Technologie wird Schädlinge und Unkraut niemals ausschalten, sondern das Problem mit der Zeit nur noch verschlimmern

Das bedeutet natürlich nichts anderes, als dass das Verfahren, mehrere Toxine in einer einzigen gentechnisch veränderten Nutzpflanze zu kombinieren, die Resistenz gegen Schädlinge nicht vermindert, sondern eher erhöht hat. Das gilt besonders angesichts der Tatsache, dass die amerikanische Umweltschutzbehörde Environmental Protection Agency (EPA), die ihre Weisungen von der Biotech-Industrie erhält, äußerst lax in der Forderung nach Einrichtung von Schädlings-»Refugien« auf Feldern ist, um die Ausbreitung von Resistenzen zu mindern.

»Nach unseren Simulationen entwickelt sich eine Resistenz sehr schnell, wenn zehn Prozent der Ackerfläche stillgelegt werden, bei 30 bis 40 Prozent kann sie deutlich hinausgezögert werden«, sagt Yves Carrière, Professor für Insektenkunde am College of Agriculture and Life Sciences an der University of Arizona, der Erstautor der Studie. »Unsere wichtigste Botschaft lautet: Mehr Umsicht, besonders bei einem Schädling wie der Baumwolleule.« Dabei bezieht er sich auf einen häufig auftretenden Schädling, der bereits eine Resistenz gegen Cry1 und Cry2 entwickelt hat.

Auch frühere wissenschaftliche Untersuchungen an der University of Arizona, die im Journal of Economic Ecology veröffentlicht wurden, warnten davor, dass der Westliche Maiswurzelbohrer sich ebenfalls zunehmend als resistent gegen Multitoxin-GVO erweist. Wie jetzt wieder, wurde auch in dieser früheren Studie darauf gedrungen, größere Bereiche als Schädlingsrefugien einzurichten, um das Problem zu verlangsamen, obwohl dieser Eingriff das Problem gewiss nicht für alle Zeit lösen wird.


Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:

HomelandSecurityNewswire.com
UANews.org
Reuters.com


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