Es sind insbesondere Kinder, die den Tornado im US-Bundesstaat Oklahoma nicht überleben. Als der Sturm über die Stadt Moore hinwegfegt, zerstört er auch Schulen. Die Gerichtsmedizin korrigiert die Zahl der Todesopfer jedoch später von 91 auf 24. Hunderte sollen zudem verletzt worden seien.

© APHelfer konnten einige Kinder lebend aus der zerstörten Grundschule retten.
Die Plaza-Tower-Grundschule in Moore im US-Bundesstaat Oklahoma gibt es seit wenigen Stunden nicht mehr. Übrig geblieben sind nur noch Dreck, Schutt und Trümmer, wie Fernsehbilder zeigen. Das Gebäude wurde zerstört, als ein Tornado am Montagnachmittag Ortszeit durch die Stadt südlich von Oklahoma City zog. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich nach Angaben des Regionalsenders KFOR 75 Schüler und Lehrer in dem Gebäude.
Der Tornado berührte laut der
New York Times um kurz vor 15 Uhr den Boden. 40 Minuten lang wütete er demnach über eine Strecke von etwa 32 Kilometern und hinterließ eine breite Schneise der Verwüstung. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern pro Stunde wirbelte er Autos durch die Luft, beschädigte mehrere Schulen, Hunderte Wohnhäuser und ein Krankenhaus.
Nach jüngsten Behördenangaben sind weniger Menschen ums Leben gekommen als bisher genannt. Die Gerichtsmedizin korrigierte die Zahl der Todesopfer auf 24. Zwischenzeitlich hatten die Behörden 91 Todesopfer befürchtet. Einige Leichen seien möglicherweise doppelt gezählt worden, hieß es. "Es herrschte viele Chaos", sagte eine Behördenvertreterin zur Begründung für die neuen Zahlen. KFOR berichtete von mehr als 230 Verletzten. Knapp 150 mussten laut Medienberichten in einer Klinik behandelt werden.
"Mein Herz blieb stehen"Viele Grundschüler wurden zunächst vermisst. Ein Vater erzählte dem britischen Fernsehsender BBC, er habe seine Tochter von der Schule abholen wollen. "Mein Herz blieb stehen, weil ich die Schule nicht mehr sehen konnte." Es sei nur noch Schutt da gewesen. Über den Verbleib seiner Tochter und deren Schulkameraden, wisse er nichts. "Sie hatten Schutz in der Sporthalle gesucht."
Trotzdem können Helfer nach dem Tornado Mädchen und Jungen aus den beschädigten Schulgebäuden retten. Fotografen halten die bewegenden Bilder fest. Angst und Schock stehen den Kindern ins Gesicht geschrieben. Einige sind verletzt - aber sie leben.
"Ich war auf dem Boden", sagt eine Siebenjährige später in das Mikrofon eines Fernsehreporters. Dann habe sie nur noch Lärm, heftigen Regen, den Wind und schreiende Kinder gehört. "Ich fiel auf meinen Rücken und bekam Dreck in die Augen und auf meine Kleider." Ihrer Lehrerin habe geholfen werden müssen, weil ihr Bein unter einem Tisch gefangen war.
Nur 16 Minuten, bis der Tornado kommtZwar hatten Meteorologen Unwetter für den Montag vorausgesagt. Doch nach der ersten Warnung, wo der Tornado genau den Boden berühren würde, hatten die Bewohner nur 16 Minuten Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen, wie eine Sprecherin des Nationalen Wetterdienstes der USA der
New York Times sagte.
Ein Bewohner von Moore sagte der BBC, er habe sich gemeinsam mit anderen in seinen Keller gerettet. Doch dann hätten die heftigen Winde die Tür einfach aufgerissen. Glas und Trümmer seien ihnen entgegengekommen. "Wir dachten, wir würden sterben", sagte er mit zitternder Stimme.
Auch nach dem Sturm war die Gefahr noch nicht endgültig vorüber. Die BBC berichtete von zerfetzten Stromleitungen und Feuern. Laut KFOR hatte die Stadt Moore zunächst kein fließendes Wasser mehr.
Obama sichert Unterstützung zuUS-Präsident Barack Obama erklärte die von schweren Stürmen betroffenen Regionen in Oklahoma zur Desaster-Zone und sicherte ihnen Hilfen zu. Die Ministerin für Innere Sicherheit, Janet Napolitano, sagte, die Regierung werde alles dafür tun, um die Einsatzkräfte vor Ort zu unterstützen. Sie appellierte an die Bevölkerung, auf die Anweisungen der Behörden zu hören. "Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei allen, die von den Tornados und dem Unwetter in Oklahoma betroffen sind", sagte Napolitano. Dies gelte ganz besonders für die Familien und Angehörigen der Toten, Verletzten oder Vermissten.
Das Amerikanische Rote Kreuz richtete Notunterkünfte ein und versuchte die Betroffenen zu unterstützen. Menschen, die ihre Angehörigen vermissten, könnten nach ihnen
in einer Datenbank der Organisation suchen, hieß es.
Seit dem Wochenende wird der Mittlere Westen der USA von seiner Serie schwerer Wirbelstürme heimgesucht, die eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Am Sonntag waren zwei ältere Männer ums Leben gekommen, als ein Tornado den Ort Shawnee im Bundesstaat Oklahoma getroffen hatte. US-Medien zufolge wurden am Sonntag bis zu 28 Tornados aus den Bundesstaaten Oklahoma, Kansas, Iowa und Illinois gemeldet. Am frühen Montagmorgen sei auch Missouri von einem Wirbelsturm betroffen gewesen.
Auch in Texas sorgte ein Tornado für Verwüstungen.Der bisher schwerste Tornado in Oklahoma hatte 1999 dieselbe Region schwer verwüstet. Damals kamen 36 Menschen ums Leben, mehr als 8000 Gebäude wurden beschädigt.
Quelle: n-tv.de
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