Am Mittwoch sorgte der zweite Hitze-Tag in Folge in NRW für feuchtes Gewächshauswetter. Die gute Nachricht für alle anderen: Gewitter sollen Abkühlung bringen - aber auch Starkregen und Hagel.

Düsseldorf - Heiße feuchte Luft aus Südwesten hat in Nordrhein-Westfalen für Gewächshauswetter gesorgt. Schon am Mittwochvormittag kletterten die Temperaturen nach einer verbreitet tropischen Nacht auf 28 Grad, im Tagesverlauf wurden Höchsttemperaturen von 36 Grad erwartet, so Wolfgang Reiff, Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst in Essen.

Vor allem in den Ballungsräumen staute sich die Hitze. "Sogar im Bergland ist es drückend heiß." Auf dem Kahlen Asten seien am Nachmittag 29 Grad gemessen worden. NRW gehöre teilweise zum Hitzepol Europas, twitterte Meteomedia-Meteorologin Rebekka Krampitz.

Hohe Ozonwerte belasten

Die Sonneneinstrahlung hat am zweiten Tag in Folge die Ozonwerte an vielen Stellen im Land weit über 120 Mikrogramm steigen lassen.
Bis zum Nachmittag wurden etwa in Hürth Werte von 174 Mikrogramm gemessen. Die erste Warnschwelle liegt bei 180 Mikrogramm. Autofahrer sollten dann den Wagen stehen lassen und empfindliche Menschen große Anstrengungen vermeiden.

Vor allem in Westfalen konnten Hitzehungrige unter strahlend blauem Himmel sonnenbaden. Von Osten kommend trübten indes hohe Schleierwolken im Tagesverlauf das klare Blau - "das sind die unscheinbaren Vorboten dessen was da kommt", sagt der Meteorologe Reiff.

Unwetter mit starkem Regen und Hagel

So rechnete der Deutsche Wetterdienst für die Nacht zum Donnerstag an manchen Stellen im Land mit unwetterartigen Gewittern. "Es können örtlich in kurzer Zeit 30 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter herunter kommen." Auch die ein oder andere Gewitterböe könne durch das Land ziehen.

Was Wetterfühligen zu schaffen macht, ist die hohe Luftfeuchtigkeit von 60 bis 80 Prozent. Das Wetter wird als schwül und stickig empfunden. "Wenn sich die Gewitter entladen wird das drückende Gefühl erstmal schlimmer, weil die Luft noch feuchter wird", sagte Reiff.

Es wird kühler

Deutliche Abkühlung ist aber zum Wochenende hin zu erwarten. Weitere kräftige Gewitter bis hin zu Unwettern können am Donnerstag für kühlere Luft von 25 bis 29 Grad sorgen.

Über das weiterhin wechselhafte Wochenende sinken die Temperaturen dann auf rund 20 Grad im Land. "Dann verdrängt kühlere Meeresluft die feuchte Hitze", sagte Reiff. "Dann können wir alle wieder ein bisschen durchatmen".

Quelle: lnw/top