Nach einem verkorksten Start in den Sommer wird der Juli seinem Ruf als Sonnenmonat gerecht: Hohe Temperaturen, kaum Regen. Doch mit der Trockenheit steigt auch die Gefahr von Waldbränden.

Der Sommer entschädigt uns für den fürchterlichen Frühling, der sich anfühlte wie Herbst: Tatsächlich könnte der Juli nach Ansicht von Experten einer der trockensten Julimonate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden.

"Deutschlandweit ist das Regensoll erst zu zehn Prozent für den Monat erfüllt, dabei ist schon über die Hälfte des Monats vorbei", sagt Meteorologe Dominik Jung vomWetterportal "wetter.net". Im Flächenmittel seien lediglich sieben Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. "Damit könnte der Juli 2013 der trockenste Monat seit November 2011 werden und der war der zweitrockenste Monat überhaupt seit Beginn der Wetteraufzeichnungen", sagt Jung.

Die kommenden sieben Tage bringen für Deutschland und weite Teile Europas denn auch nur wenig oder gar keinen Regen. "Für einen Juli ist diese Entwicklung ganz schön untypisch", sagt Jung. Normalerweise gäbe es immer mal wieder zumindest Schauer oder Gewitter in diesem Sommermonat.

Am Rhein wird 30-Grad-Marke geknackt

Die Temperaturen: An der Küste im Norden liegen die Höchstwerte am Mittwoch zwischen 19 und 23 Grad Celsius, im Rest Deutschlands bei 24 bis 30 Grad. Entlang Rhein und Main ist es derzeit am wärmsten: Hier können die Temperaturen örtlich sogar über 30 Grad steigen.

Am Donnerstag zeigt sich im Norden oft die Sonne. Nach Süden hin gibt es vermehrt Quellwolken und im Mittelgebirgsraum sowie südlich der Donau sind auch einzelne Wärmegewitter möglich. Die Höchstwerte liegen zwischen 24 und 30 Grad. Daran wird sich zum Wochenende hin erst einmal nichts ändern.

Doch mit dem Sommerwetter steigt auch die Waldbrandgefahr deutlich: In Sachsen-Anhalt gilt bereits in weiten Teilen die Waldbrandstufe vier (hohe Gefahr), wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Betroffen sind vor allem die Landkreise Stendal, Jerichower Land, Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg.

In vielen Teilen des Landes drohen Brände

Ähnlich sieht es im Norden Sachsens aus. Hier gilt in Teilen der Landkreise Nordsachsen und Bautzen die Waldbrandstufe vier. Auch der Süden Thüringens ist betroffen, vor allem die Landkreise Schmalkalden-Meiningen und Hildburghausen. Auch in vielen Regionen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gilt die Waldbrandstufe vier.

Doch nicht nur die Wälder sind derzeit so gut wie ausgetrocknet. Auch Felder und Wiesen können leicht in Brand geraten. In Zossen brannte am Mittwoch eine 2000 Quadratmeter große Wiese ab. Eine in Flammen stehende Krähe hatte das Feuer ausgelöst. Sie hatte zuvor an einer Hochspannungsfreileitung einen Stromschlag erlitten.

cbo