Mos Espa ist eine Stadt der Gesetzlosen - und existiert Gott sei Dank nur auf der Filmleinwand. Die "Krieg der Sterne"-Kulisse ist hingegen real. Doch sie ist von einer Sicheldüne bedroht.
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© Google MapsAuf dem Satellitenbild von Google Maps lässt sich bereits erkennen (rechts neben den Gebäuden), wie eine riesige Sanddüne die Kulisse des Weltraumbahnhofs "Mos Espa" zu überrollen droht.
Anakin Skywalker ist auf dem Wüstenplaneten Tatooine groß geworden. In Mos Espa, einer gesetzlosen Stadt, die vor allem als Weltraumbahnhof genutzt wurde, lebte er zusammen mit seiner Mutter - bevor er dann viel später zu Darth Vader wurde. So erzählt es Regisseur George Lucas in seinem Science-Fiction-Heldenepos, das Ende der 1970er Jahre als Star Wars (Krieg der Sterne) weltweit in die Kinos kam. Die fiktionale Stadt Mos Espa steht bis heute als riesige Kulissenlandschaft in der tunesischen Wüste. Sie lockt immer wieder zahlreiche Touristen in die verlassene Wüstenregion - und wird jetzt zum Opfer wandernder Sandmassen.

Dünenbewegungen werden genau untersucht

Wüstenforscher haben in dem Gelände einen idealen Referenzpunkt gefunden, die Bewegungen einer bestimmten Dünenform, der Sicheldüne (Barchane), genau zu analysieren. Die Bauten mitten im Nirgendwo sind ein Glücksfall für die Wissenschaftler, denn aus gutem Grund werden Siedlungen fast nie im Einzugsbereich von Dünenfeldern angelegt. In heißen trockenen Wüsten kann der Wind Sandkörner zu großen Hügeln auftürmen. Auf der flachen hinteren Seite wird der Sand zusammengeschoben, im vorderen Bereich fällt die Formation steil ab. Anhaltende Winde bilden so halbmondartige Hügel, die die Windrichtung widerspiegeln.

Auch auf dem Mars gibt es wandernde Sandmassen

Auch auf anderen Planeten lassen sich die untersuchten Sicheldünen beobachten. Wie die internationale Forschergruppe zeigen konnte, bilden sich die Sandberge auch auf dem Mars - allerdings bewegen diese sich etwa zehnmal langsamer als auf der Erde. Ähnliche Sandbewegungen konnten auch schon auf dem größten Mond des Saturn, dem Titan, dokumentiert werden.

15 Meter im Jahr legen die tunesischen Dünen zurück

Seit dem Jahr 2009 besuchen die Geoforscher den Drehort der Jedi-Saga aus der Folge "Episode I - Die dunkle Bedrohung" regelmäßig. Eine nahe gelegene weitere Kulisse aus "Episode IV - Eine neue Hoffnung" ist bereits vom Wüstensand begraben. Mit Satellitenbildern können die Wissenschaftler genau bestimmen, mit welcher Geschwindigkeit sich die Dünen auf die berühmte Filmstadt zu bewegen. Rund 15 Meter pro Jahr legen die Sicheldünen zurück. Einige Gebäude von Mos Espa hat der Sand bereits erreicht und er arbeitet sich weiter vor Richtung Qui-Gon’s Alley.

Auf ihrer Wanderung geben die Sandmassen versunkene Häuser eines Tages wieder frei - unbeschadet wird die Kulisse die Naturgewalt allerdings nicht überstehen.