
Hierbei stellten sie fest, dass bei über einem Drittel die seitlichen oberen Schneidezähne fehlten: "Eine ungewöhnlich hohe Anzahl, denn dieses Merkmal kommt nur bei etwa ein bis zwei Prozent aller Menschen weltweit vor." Dass die erbliche Zahn-Anomalie bei den Untersuchten derart weit verbreitet ist, lasse auf eine endogame Lebensweise schließen, da nur das seltene Merkmal fortlaufend weitervererbt werden konnte.
Neben den fehlenden Schneidezähnen stützen noch weitere Funde die These der Forscher: "Die Forscherinnen und Forscher haben in den Zähnen der Steinzeit-Bauern bestimmte Isotopen gemessen, die sich während der Bildungsphase des Zahnschmelzes darin ablagerten", erläutert die Pressemitteilung der Freiburger Universität. "Art und Mengenverhältnis der Isotope lassen Rückschlüsse auf den Lebensraum der Menschen zu. Demnach wuchsen beinahe alle Personen in Basta auf und wurden zudem dort bestattet. Gleichzeitig belegen andere Rohstoffe, dass die Bewohner nicht räumlich isoliert waren. Die Wissenschaftler fanden an der Ausgrabungsstätte beispielsweise Korallen aus dem Roten Meer. Die Lage des Ortes war also kein Grund für ein endogames Leben."
Die endogame Lebensweise sei vielmehr offenbar eine bewusste Wahl dieser frühen Bauern gewesen. "Möglicherweise wollten sie so den Zugang zu wertvollen Ressourcen wie Nahrung auf die eigene Verwandtschaft beschränken. Vielleicht war Endogamie ein Mittel, um den Zusammenhalt in der Gruppe zu stärken und Streitigkeiten beiseite zu schaffen", spekulieren die Forscher. Inzest also als eine Form des steinzeitlichen Konfliktmanagements?
- Den vollständige PLoS-Artikel zur Studie finden Sie HIER
Quelle: uni-freiburg.de, plosone.org



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