Al-Kaida-Chef al-Sawahri hat sich per Internetbotschaft in den Konflikt in Ägypten eingeschaltet. Darin drängt er die Anhänger des gestürzten Präsidenten Mursi, sich von der Demokratie abzuwenden.


Das Video im Wortlaut: Am Freitagabend haben Tausende gegen die Absetzung des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi protestiert.

Mit ihrer Rechtfertigung dieser Absetzung Mursis als Wiederherstellung der Demokratie hatten die USA zuvor die dem gestürzten ägyptischen Staatsoberhauptes nahestehenden Muslimbrüder gegen sich aufgebracht. Nun hat sich die Extremisten-Organisation Al-Kaida per Internetbotschaft in den Konflikt eingeschaltet. In einer am Samstag auf mehreren radikal-islamischen Webseiten veröffentlichten Aufnahme drängte Al-Kaida-Chef al-Sawahri die Muslimbrüder und andere Mursi-Anhänger, sich von der Demokratie abzuwenden und für eine Regierung auf Grundlage des islamischen Rechts einzusetzen. Die Legitimität liege nicht in Wahlen und Demokratie sondern in der Scharia. Was in Ägypten geschehen sei, sei der beste Beweis, dass Demokratie als Weg zur islamischen Herrschaft nicht tauge. Die Lage in Ägypten bleibt angespannt. Am Freitag war es in Kairo wieder zu Zusammenstößen zwischen demonstrierenden Muslimbrüdern und der Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Das Militär hatte den ersten frei gewählten Präsidenten des Landes am 3. Juli abgesetzt und hält ihn an einem geheim gehaltenen Ort fest. Mursi wird von seinen Gegnern vorgeworfen, einen muslimisch-orthodoxen Staat anzustreben und etwa Frauen- und Bürgerrechte aushebeln zu wollen.