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© RIA Novosti. Ilya Pitalev
Moskau - Die USA sind verstimmt nach der Entscheidung Moskaus, dem früheren Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden politisches Asyl zu gewähren, schreibt die Zeitung Wedomosti am Montag.

US-Präsident Barack Obama erwägt deshalb eine Absage der geplanten Zusammenkunft mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin vor dem G20-Gipfel in St. Petersburg.

Wie der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, sagte, habe sich Obama tief enttäuscht über die russische Entscheidung gezeigt und prüfe die „Nützlichkeit“ eines Treffens.

Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow hatte das Treffen mit Obama im Vorfeld des G20-Gipfels angekündigt. Am 4. Juli erneuerte Putin seine Einladung an Obama in einem Glückwunschschreiben zum Unabhängigkeitstag der USA. Später twitterte der US-Botschafter in Russland, Michael McFaul, dass das Treffen vorbereitet werde.

Neben dem Gipfel stünden auch die Treffen der Außen- und Verteidigungsminister auf der Kippe, so US-Außenministeriumssprecherin Marie Harf. Auch die Zusammenarbeit zwischen den Rechtsschutzbehörden, die nach den Terroranschlägen im April in Boston intensiviert wurde, werde durch den Fall Snowden beeinträchtigt, hieß es aus Washington.

Wie Uschakow am Donnerstag mitteilte, gibt es keinerlei Anzeichen aus Washington, dass Obama das Treffen absagt. Am Freitag traf Botschafter McFaul mit Putins Berater zusammen. Laut Quellen im Kreml, geht die US-Regierung weiter davon aus, dass das Treffen in Moskau stattfindet.

Experten hatten mit dem Beginn einer Eiszeit gerechnet, wenn Snowden in Russland untertaucht. Wie Föderationsratmitglied Igor Morosow sagte, könnte Snowden bis September aus Moskau verschwunden sein. Es sei gut möglich, dass Snowden in ein Land fliegt, das bereits seine Bereitschaft erklärt habe, ihm die Staatsbürgerschaft zu gewähren, so Morosow. Doch Snowden behauptete, er habe es nicht vor, Russland zu verlassen.

Hätten die USA dem Fall Snowden nicht so viel Gewicht verliehen und nicht Moskau ständig gebeten, ihn auszuliefern, hätte sich alles in Wohlgefallen aufgelöst, so der russische Politologe Fjodor Lukjanow. Eine Absage des G20-Gipfels wäre aber nicht nur ein Affront gegen Putin, sondern auch gegen alle anderen Teilnehmer des Gipfels, so Lukjanow.