Aus Angst vor einem drohenden Terroranschlag hat die US-Regierung am Dienstag ihre Bürger aufgefordert, das Land umgehend zu verlassen. Auch die deutsche Botschaft in der Hauptstadt Sanaa bleibt geschlossen.

© dpaUS-Botschaft in Sanaa: Washington ruft seiner Bürger zum Verlassen des Jemen auf
Washington/Berlin - Zugleich ordnete das US-Außenministerium die Abreise jener Botschaftsmitarbeiter im Jemen an, die keine wesentlichen Funktionen versehen, hieß es in einer Erklärung vom Dienstag. Die Maßnahmen wurden mit einer "hochgradigen Sicherheitsbedrohung infolge terroristischer Aktivitäten und Unruhen unter der Bevölkerung" begründet. "US-Bürger, die sich derzeit im Jemen aufhalten, sollten abreisen", hielt das Dokument fest.
Auch die die deutsche Botschaft in Jemens Hauptstadt Sanaa bleibt "bis auf Weiteres" geschlossen. Dies habe Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) wegen der nach wie vor "kritischen Einschätzung der Sicherheitslage" angeordnet, teilte das Auswärtige Amt mit. Die US-Regierung hatte am Freitag vor möglichen Anschlägen des Terrornetzwerks Al-Kaida und verbündeter Extremisten "vor allem im Nahen Osten und in Nordafrika" während des Monats August gewarnt. Auch die internationale Polizeiorganisation Interpol gab eine weltweite Warnung vor erhöhter Terrorgefahr heraus.
Als Reaktion auf die mutmaßliche Terrorgefahr veranlassten die USA die Schließung von 19 Botschaften und Konsulaten im Mittleren Osten und Afrika bis zum 10. August. Deutschland, Frankreich und Großbritannien sperrten ihre Vertretungen in Sanaa. Norwegen zog später ebenfalls nach und schloss gleich mehrere Botschaften im arabischen Raum.
Die vorübergehende Schließung der US-Botschaften in vielen Ländern der islamischen Welt und die Reisewarnung des US-Außenministeriums sind nach Medienberichten auf ein abgehörtes Telefonat zurückzuführen. Wie die
Los Angeles Times und der Sender CBS News am Montagabend übereinstimmend unter Berufung auf Regierungsbeamte berichteten, sei ein Telefonat zwischen Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri und seinem Regionalleiter im Jemen, Nasser al-Wahischi, abgehört worden. In diesem Gespräch habe Al-Wahischi den Befehl erhalten, vom vergangenen Sonntag an Angriffe gegen US-Einrichtungen zu führen. Es sei um "etwas Großes" gegangen, berichtete CBS.
"Jetzt wird überlegt, ob die Al-Kaida ihren Angriff verschoben oder nur ein anderes Ziel ausgewählt hat", wurde der US-Abgeordnete Adam B. Schiff zitiert. "Ich glaube, sie (die Geheimdienstleute) wissen nicht mit Sicherheit, wo oder wann die Angriffe erfolgen könnten."
Bericht über Drohnen-AngriffBei einem Drohnenangriff im Jemen sollen am Dienstag unterdessen mindestens vier mutmaßliche Mitglieder von Al Kaida getötet worden. Nach Angaben von Stammesführern schlugen fünf Raketen in ein Fahrzeug ein und töteten alle Insassen. Die amtliche Nachrichtenagentur Saba meldete, bei dem Angriff in der Provinz Maarib seien vier mutmaßliche Al-Kaida-Kämpfer getötet worden.
Im Jemen hat es wiederholt US-Drohnenangriffe auf Ziele der der Gruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) gegeben, die als einer der aggressivsten Ableger der Extremistenorganisation gilt. Die USA unterstützen auch die jemenitische Regierung mit Geld und logistischer Hilfe im Kampf gegen die Extremisten. Die jemenitischen Behörden veröffentlichten am Dienstag eine Liste mit 25 "meistgesuchten Terroristen", die angeblich Anschläge während der muslimischen Eid-al-Fitr-Feiertage in dieser Woche planen. Für Hinweise zur Ergreifung der Gesuchten wurde umgerechnet 23.000 Dollar Belohnung ausgesetzt.
mihec/rtr/dpa-afx
Kommentar: Bei diesen angeblichen Terroristen handelt es sich immer um Zivilisten. Oder um Menschen denen nie eine solche Terrorverbindung nachgewiesen werden kann und man den Worten der Regierungen glauben muss, dass es sich um Anhänger der Al-Kaida handelte:
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