Berichte über einen Anschlag auf Syriens Staatschef Baschar al-Assad haben für Verwirrung gesorgt. Angaben, wonach Rebellen Assads Auto auf dem Weg zu einer Moschee in Damaskus angegriffen hätten, wies Informationsminister Omran al-Sohbi zurück.

Damaskus - Berichte über einen Anschlag auf Syriens Staatschef Baschar al-Assad haben für Verwirrung gesorgt. Angaben, wonach Rebellen Assads Autokonvoi auf dem Weg zu einer Moschee in der Hauptstadt Damaskus angegriffen hätten, seien "völlig falsch" und "ein Witz", sagte Informationsminister Omran al-Sohbi im Staatsfernsehen. Überraschend reiste Oppositionschef Ahmad Dscharba anlässlich der Feiern zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan in den Süden Syriens.

Auf dem Weg in das Gotteshaus habe es einen Raketenangriff auf Assads Konvoi gegeben, berichtete unter anderem der saudiarabische Fernsehsender Al-Arabija unter Berufung auf syrische Rebellen. Es war das erste Mal seit dem Beginn des innersyrischen Konflikts Mitte März 2011, dass von einem direkten Attentat auf Assad die Rede war.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London teilte mit, am Morgen seien Granaten in der Nähe der von Assad besuchten Moschee eingeschlagen. Zu Schäden oder Opfern machte die Organisation, die sich auf Angaben von Aktivisten und Medizinern in Syrien stützt, keine Angaben.

Im Staatsfernsehen war Assad beim Gebet in der Anas-bin-Malik-Moschee zu sehen, wo er neben weiteren Würdenträgern auf dem Boden saß. "Gott, gewähre Präsident Assad Erfolg zum Wohle des Landes", betete der oberste Geistliche der Moschee, die im wohlhabenden und gut gesicherten Stadtteil Malki liegt, in dem Assad wohnt und arbeitet.

Assad zeigt sich seit dem Beginn des Aufstands gegen ihn nur selten in der Öffentlichkeit. Allerdings hatte er auch im vergangenen Jahr eine Zeremonie zum Fest Eid al-Fitr am Ende des Ramadans besucht. Am Sonntag sagte Assad in einer ebenfalls raren Fernsehansprache, er wolle den Aufstand in seinem Land mit "eiserner Faust" zerschlagen.

Überraschend besuchte am Donnerstag Oppositionsführer Dscharba die von den Rebellen gehaltene Stadt Daraa im Süden Syriens. Er habe an Gebeten teilgenommen und einen Rundgang mit dem regionalen Militärchef der Aufständischen gemacht, sagte ein Sprecher der Syrischen Nationalen Koalition.

Dscharba war Anfang Juli nach langem internen Streit zum Chef der Koalition, dem Sammelbecken der syrischen Opposition, gewählt worden. Ihr Hauptquartier befindet sich im türkischen Istanbul. In der Region um Daraa drängten Rebellen in jüngster Zeit Truppen von Machthaber Baschar al-Assad zurück.

Im syrischen Bürgerkrieg wurden nach Angaben der Vereinten Nationen bislang mehr als 100.000 Menschen getötet. Millionen weitere Syrer wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Die Beobachtungsstelle in London gab am Donnerstag an, allein während des Ramadans seien 4420 Menschen getötet worden, etwa ein Drittel von ihnen Zivilisten.

AFP