Der Rover Curiosity, der seit einem Jahr auf dem Mars im Einsatz ist, liefert neue Beweise für eine frühere Umwälzung der Atmosphäre auf dem Roten Planeten. Nach der Hypothese von NASA-Wissenschaftlern wurde die Marsatmosphäre vor ungefähr vier Milliarden Jahren durch Vulkanausbrüche oder eine massive Kollision zerstört.
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© NASA
Neue Gesteinsproben lassen darauf schließen, dass diese Atmosphäre sauerstoffreich war. Die jüngsten Beobachtungen des Roten Planeten werden jetzt für einen Vergleich mit dem Erdklima genutzt, denn schließlich wird darüber diskutiert, ob es möglich sein wird, Menschen auf den Mars zu bringen. Wissenschaftler denken auch über die fragilen atmosphärischen Bedingungen auf der Erde nach und fragen sich: »Könnte eine ähnliche Katastrophe wie die auf dem Mars, die wir jetzt untersuchen, die sauerstoffreiche Hülle der Erde auslöschen?«

Dr. Chris Webster vom "Jet Propulsion Laboratory" der NASA in Pasadena leitet eine Studie, bei der das Klima des Mars mit dem der Erde verglichen wird.

Ziel ist es, Forscher von der Erde auf den Roten Planeten zu bringen. Dr. Paul Mahaffy vom Goddard-Raumfahrtzentrum der NASA hält weitere Analysen für notwendig, bevor Menschen den Mars besuchen dürfen, die Gase in den verschiedenen Schichten der Marsatmosphäre werden weiter untersucht. »Wir müssen wissen, wie sich die Atmosphäre zusammensetzt und wie sie sich verändert, damit wir die Entsendung von Forschern vorbereiten können«, sagte Dr. Mahaffy.

Fünf Messungen von Gasen auf dem Mars

Die ersten gemeldeten Messungen über die Marsatmosphäre werden derzeit untersucht. Die neuen Daten des Rovers "Curiosity" deuten an, dass es in der Marsatmosphäre mehrere Gase gibt, darunter Sauerstoff, Kohlenstoffdioxid, Kohlenstoffmonoxid, Stickstoff und Argon.

Die Zeitschrift Science veröffentlicht zwei parallele Studien zur Frage, ob Leben in der Marsatmosphäre möglich ist und wie sich das Klima des Planeten, der einst von einer sauerstoffreichen Lufthülle umgeben war, im Laufe der Zeit verändert hat.

Eine dieser Studien, die von Dr. Chris Webster von der NASA geleitet wird, vergleicht Daten aus Gesteinskratern auf dem Mars direkt mit Klimadaten von der Erde.

Der Zusammenbruch

Dr. Webster erläutert: »Während der Entstehung des Planeten Mars, als sich die Magma verfestigte, kam es zu einer katastrophalen Ausgasung, bei der flüchtige Gase durch den Aufschlag von Kometen und anderen kleinen Körpern freigesetzt wurden.

Unsere Curiosity-Messungen sind - erstmals - genau genug, um direkte Vergleiche mit Messungen anzustellen, die wir auf der Erde über Meteoriten gewinnen konnten; wir verwenden komplizierte große Messgeräte, die sehr genaue Ergebnisse liefern.«

Es ist das erste Mal, dass zwei getrennte Studien, die unterschiedliche Techniken anwenden, die gleichen Ergebnisse über die Zusammensetzung liefern.

Der Mars hatte einst eine sauerstoffreiche Hülle

Beide Ergebnisse deuten darauf hin, dass es auf dem Mars einst Sauerstoff gab. Monica Grady, Professorin für Planetarwissenschaften an der "Open University", schrieb, durch diese »Erkenntnisse werden die Ergebnisse der Phoenix-Mission revidiert, sie beseitigen zum Teil auch die Verwirrung über die Zusammensetzung der Marsatmosphäre«.

Der NASA-Rover "Spirit" hat vor Kurzem Gesteinsproben aus dem Gusev-Krater auf dem Mond gesammelt, die fünfmal so viel Nickel enthalten wie Meteoriten, die auf der Erde einschlugen. Wissenschaftlich betrachtet deutet dieses nickelreiche Gestein darauf hin, dass es vor mindestens 3,7 Milliarden Jahren in einer sauerstoffreichen Umgebung gebildet wurde, anders als die Meteoriten, die auf der Erde einschlugen, deren Alter auf zwischen 180 Millionen und 1,4 Milliarden Jahre geschätzt wird.

Wissenschaftler schließen daraus, dass die alte sauerstoffreiche Atmosphäre des Mars über eine Milliarde Jahre früher als die der Erde bestand, sie vermuten, dass diese Atmosphäre "vor ungefähr vier Milliarden Jahren" durch ein größeres Ereignis zerstört wurde. Auf der Grundlage eines Vergleichs des Anteils von Argon auf dem Mars und auf der Erde gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine riesige Katastrophe zu einem ähnlichen Zeitpunkt diese relativen Anteile verändert hat.

Nach Angaben von Forschern kam es wahrscheinlich zu einem Ereignis, das als »Subduktion« bezeichnet wird. Das sauerstoffreiche Material auf der Marsoberfläche könne ins Innere des Planeten gezogen worden und bei Eruptionen wieder an die Oberfläche abgegeben worden sein.

Die nächste Frage lautet nun: Kann derselbe Untergang, den der Mars erlebte, irgendwann auch die Atmosphäre unseres Planeten Erde zerstören?

Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:

Telegraph.co.uk
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