Erstmals ist es US-Forschern gelungen, anhand von Hirnaktivitätsmustern zu erkennen, welche Emotionen die jeweiligen Probanden gerade durchlebten.
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© Karim S. Kassam et al PLOS ONEForschern ist es erstmals gelungen, Emotionen bestimmten Hirnaktivitätsmustern zuzuordnen.
Pittsburgh (USA) - Wie die Neurologen um Karim S. Kassam von der Carnegie Mellon University aktuell im Fachjournal PLoS One berichten, nutzen sie funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT), um die Hirnsignale genau zu vermessen und so die individuellen Gefühle zu "lesen".

Die Ergebnisse, so kommentieren die Forscher, zeigen auf, wie unser Gehirn Gefühle kategorisiert und ermöglichen damit erstmals eine Methode, die es erlaubt, Emotionen zu analysieren. Bislang verhinderten ungenaue Methoden eine Evaluation von Gefühlen, da die Testpersonen oft nur zögernd und möglicherweise meist nicht ganz ehrlich, ihre Emotionen beschrieben. Auch der Umstand, dass einige Emotionen zudem eher unbewusst wahrgenommen werden, erschwerte bislang eine exakte Analyse.

Bei Ihren Untersuchungen überwachten die Wissenschaftler die Hirnaktivität von 10 Schauspielern bei Anblick von zehn Gefühlswörtern: Wut; Abscheu, Neid, Angst, Freude, Lust, Stolz, Traurigkeit und Scham. Noch im fMRT-Scanner sollten die Schauspieler sich dann mehrfach, jedoch nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und angeordnet, in diese Emotionen hineinbegeben.

Um sicherzustellen, dass die Scans tatsächlich die Hirnaktivität dieser Emotionen und nicht etwa den schauspielerischen Vorgang des Imitierens dieser Gefühle aufzeichneten und abbildeten, wurden den Teilnehmern in einer zweiten Phase der Untersuchungen Bilder mit neutralem bis stark verstörendem Inhalt gezeigt, die sie zuvor noch nicht gesehen hatten.

Mit einem eigens konzipierten Computerprogramm, waren die Forscher abschließend in der Lage, die jeweils gemessenen Hirnaktivitätsmuster korrekt den Probanden durchlebten Emotionen zuzuordnen und so deren Gefühle regelrecht zu lesen.

Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass trotz der individuellen Unterschiede zwischen den Testpersonen, die mit de Emotionen einhergehenden Hirnaktivitätsmuster sich auf erstaunliche Art und Weise gleichen, auch und obwohl sie sich nicht nur auf eine Hirnregion alleine konzentrieren.

Die neue Methode, so hoffen die Forscher, könnte dabei behilflich sein, individuelle Emotionen anhand jeglicher Arten von Stimuli (Auslöser) zu erkennen - "beispielsweise beim Anblick einer Flagge, einer Marke oder eines Politikers".

In weiteren Studien wollen die Forscher ihre Erkenntnisse und das Identifikationsverfahren für Gefühle nun auf eine Reihe bekannter Probleme in der Emotionsforschung übertragen, wenn Personen beispielsweise absichtlich versuchen, ihre Gefühle zu unterdrücken oder zu verstärken oder wenn zwei eigentlich gegensätzliche Emotionen zu gleicher Zeit empfunden werden, etwa wenn wir vom besonderen Glück eines Freundes erfahren.


Ebenso wie bei den bereits erfolgreichen Versuchen der Identifikation von Gedanken, Träumen und Bilderwelten im Hirn, verweisen Kritiker auch angesichts der Identifikation von Gefühlen auf eine Vielzahl möglicher Risiken des potentiellen Missbrauchs derartiger Methoden und Technologien. Die Anwendung dieser Mittel - das zeigt die Erfahrung - werden jedoch auch diese Warnungen nicht aufhalten...

Quelle: cmu.edu