
"Geradezu wie Hieroglyphen schien es uns, dass auch diese Muster eine Bedeutung haben könnten", erläutern die Forscher und entwickelten die Idee, dass diese Muster der spontanen bzw. ruhenden Hirnwellen regelrechte Archive früherer Erfahrungen darstellen könnten.
Kommen neue Erfahrungen hinzu, so führt die Aktivierung der Hirnaktivität zu Langzeitveränderungen in den Verbindungen zwischen den Hirnzellen - eine Eigenschaft, die als Plastizität des Gehirns bezeichnet wird. Wenn nun unsere gemachten Erfahrungen von diesen Verbindungen übernommen wurden, erzeugen sie "Erwartungen", die immer dann zum Tragen kommen, wenn wir mentale Aufgaben erfüllen und Ergebnisse vorausahnen müssen. Die Forscher vermuteten nun, dass Informationen über frühere Erfahrungen auch in diese Verbindungen zwischen dem Netzwerk aus Nervenzellen im Cortex übernommen werden und dass auch diese anhand der spontanen Hirnaktivitätsmuster identifizierbar sind.
Tatsächlich konnten die Wissenschaftler nun genau hierfür Hinweise anhand von Experimenten finden, in welchen entsprechende Hirnaktivitätsmuster noch 24 Stunden später anhand der ruhenden Hirnwellen mittels fMRT-Scans deutlich nachweisbar waren.
Die Forschungsergebnisse legen nun eine Vielzahl an möglichen zukünftigen Einsatzmöglichkeiten der Erkenntnisse in der Hirnforschung nahe. So könnten die spontanen Muster der Hirnaktivität dazu benutzt werden, um kognitive Ereignisse aus der jüngeren Vergangenheit zu offenbaren, aber auch zur Erstellung von Persönlichkeitsprofilen und der erstmalig objektiven Diagnose von neuropsychologischen Erkrankungen genutzt, so die Forscher.
Quelle: weizmann.ac.il



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