US-Forscher haben erstmals ein Fossil einer weiblichen Steckmücke entdeckt, aus deren Bauch Hinweise für 46 Millionen Jahre altes Blut extrahiert werden konnten. Hoffnungen, dass mit Hilfe dieses Blutes Dinosaurier wieder zum Leben erweckt werden könnten, so wie es nicht zuletzt seit Steven Spielbergs "Jurassic Park" immer wieder diskutiert wird, seien jedoch unbegründet.
fossilierte Stechmücke
© Dale Greenwalt, US National Museum of Natural History, WashingtonIm Magen dieser fossillierten Stechmücke befinden sich immer noch Spuren von Blut.
Washington DC (USA) - Derartige Funde, so erklärt das Team um Dale Greenwalt vom US National Museum of Natural History in Washington aktuell in einem Artikel im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (DOI: 10.1073/pnas.1310885110), seien grundsätzlich schon sehr selten, denn obwohl schon zuvor fossile, vermutlich blutsaugende Insekten gefunden wurden, konnten bislang noch keine Blutspuren in solchen Fossilien identifiziert werden. Lediglich der Körperbau und nachgewiesene Parasiten deuteten daraufhin, dass sich diese Insekten einst wie heutige Stechmücken von Blut ernährt hatten.

In dem aktuell untersuchten Mosquito-Fossil fanden die Forscher nun zwar keine Blutkörperchen mehr, dafür jedoch Hämoglobin-Moleküle, die den roten Blutkörperchen ihre Farbe verleihen. Die Forscher selbst bezeichnen den Fund als Glücksfall, da der Magen einer mit Blut gefüllten Stechmücke einem kurz vor dem Platzen stehenden Ballon gleiche und sehr zerbrechlich sei. "Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Struktur den Fossilisationsprozess unbeschadet überstehet, ist geradezu schwindend klein", zitiert "nature.com" den Forscher.

Im Gegensatz zur fast schon ikonografischen Vorstellung von der im Bernstein eingeschlossenen Stechmücke, handelt es sich bei dem aktuellen Fund allerdings um das Fossil eines Insekts, dass in Schiefersedimenten der Kishenehn-Formation im Nordwesten Montanas gefunden wurde.

Nach 46 Millionen Jahren, so dämpfen die Forscher Hoffnungen auf die Wiederbelebung der einstigen "Blutquelle", wäre die im darin enthaltene DNA schon längst degeneriert. Andere Moleküle könnten allerdings die Zeiten überdauert haben. Wie die Forscher zeigen konnten, beinhaltet der Magen des Insekts immer noch deutliche Spuren von Eisen des organischen Moleküls Porphyrin - beides wesentliche Bestandteile des Hämoglobins.

Selbst wenn ein solcher Vorgang gelänge, so wäre das Klon-Ergebnis auf der Grundlage der nun isolierten Blutspuren kein wiedererweckter Dinosaurier. Diese waren schließlich bereits 20 Millionen Jahre früher ausgestorben. Zu welchem Tier die Blutüberreste in der versteinerten Mücke tatsächlich gehören, können die Forscher bislang nicht sagen. Allerdings zeige der Fund, dass selbst fragilste Körperteile und Moleküle auch in anderen Medien als Bernstein in fossiler Form erhalten werden können.

Für Greenwalt stützt der Fund zudem die bislang kontrovers diskutierte Behauptung der Paläonthologin Mary Schweitzer, die erfolgreich Hämoglobin aus Saurierknochen isoliert haben will (...wir berichteten) und aufgrund dieser Behauptung seither kontroversen Diskussionen darüber ausgesetzt ist, ob das Sauerstofftransportprotein überhaupt derart lange Zeiten überdauern kann.

Quelle: nature.com