Eine Gruppe von 15 britischen und amerikanischen Speläologen (Höhlenforschern) hat kürzlich in der chinesischen Provinz Chongqing ein riesiges Höhlensystem entdeckt. Es ist so groß, dass es darin Wolken, Nebel, Flüsse und sehr viel Vegetation auf dem Höhlenboden gibt.
Höhle China
© Natapong Ratanavi / Shutterstock
Speläologen sind Höhlenforscher, die Höhlen wissenschaftlich untersuchen. Höhlengänger gehen aus Spaß und Abenteuerlust in Höhlen, verfolgen dabei aber keine wissenschaftlichen Ziele. Einen ganzen Monat lang erforschte das 15-köpfige Speläologenteam das Er-Wang-
Dong-Höhlensystem. Ein nahe unter der Oberfläche gelegener Teil des Systems war früher für den Nitratabbau genutzt worden, doch die Höhle als ganze hatte noch niemand erkundet. Die Höhlenforscher brachten nach einem Monat atemberaubende Fotos mit.

Besonders beeindruckend sind die Bilder der riesigen Höhlenräume, in denen die Speläologen wie Zwerge wirken. In den Räumen bilden sich Wolken und Nebel, sodass auf einem Teil des Höhlenbodens eine reiche Vegetation gedeiht. Manchmal ist diese so dicht, dass es aussieht, als würden die Kletterer steile Felsen in oberirdischen tropischen Canyons erklimmen. Einige der Fotos wurden in der Daily Mail veröffentlicht, Sie finden Sie unter Quellen [1].
Höhle China
© Caters News AgencyEin furchtloser Höhlenforscher klettert an einem Seil hoch, das vom Niubizi Tian Keng herunter hängt. Dieses Foto ist eines der ersten Bilder, die je von der Höhle gemacht wurden, die so groß ist, dass sie ihr eigenes Wettersystem hat.

Hintergrund - buchstäblich

Die Speläologen brauchten sich keinen Weg durch unwegsames Gelände zu bahnen, um die Er-Wang-Dong-Höhle zu erreichen. Chongqing ist eine zentrale chinesische Provinz mit 28 Millionen Einwohnern und einer großen Hauptstadt, Chongqing City, mit mehr als sechs Millionen Einwohnern. Sie zählt zu den am schnellsten wachsenden Städten der Welt, es gibt einen internationalen Flughafen.

Die Skyline der Stadt am Jangtsekiang ist sehr beeindruckend. [2] Die Provinz Chongqing gehörte früher zur Provinz Sichuan. Nachdem die jedoch zu groß geworden war, um noch als Provinz regiert zu werden, wurde 1997 die Provinz Chongqing gebildet. Sie gleicht heute mehr einer Stadt als einer richtigen Provinz. Chongqing City hat eine lange, interessante Geschichte, die sich bis in das Jahr 1100 n. Chr. zurückverfolgen lässt. Während des Widerstands des chinesischen Nationalisten Chiang Kai-shek gegen die japanische Invasion im Zweiten Weltkrieg war sie chinesische Hauptstadt.

Nach der Übernahme Chinas durch die Kommunisten gingen Chiang Kai-shek und seine Anhänger nach Taiwan, das noch heute von China unabhängig ist. Die Gegend um Chongqing ist oft heiß, feucht und neblig oder verraucht, scherzhaft wird sie einer der »drei Hochöfen« Chinas genannt. Vermutlich deshalb hatten es die Erkunder von Er Wang Dong in ihrem Lager in der Höhle warm und gemütlich, obwohl sie sich tief im Untergrund befindet und die Räume schwindelerregend hoch sind. [2]

Die Höhlen liegen in der ländlichen Umgebung von Chongqing City. Doch durch die internationale Anbindung der Stadt werden sie wohl bald auch für Touristen zugänglich sein, wenn die Infrastruktur in den Höhlen selbst aufgebaut ist.
Höhle China
© Caters News AgencyDie spektakuläre Schichtung im Dach von Quankou. Fotograf und Höhlenforscher Robbie Stone aus Manchester war Teil eines Teams von 15 Forschern bei einer Expedition, die einen Monat lang dauerte und auf dieses Naturwunder stieß.
Beispiele für Höhlen, die für geführte Touren und Höhlengänger geöffnet sind

Das bisher längste bekannte Höhlensystem liegt in Kentucky, USA. Es heißt »Mammoth Cave« und liegt im Mammoth-Nationalpark. Der Name bezieht sich auf die enorme Länge dieses Höhlensystems. Bisher wurden 365 Meilen kartiert. Zehn Meilen sind für geführte Touren zugänglich. Die Höhle gilt als Top-Attraktion für Touristen und Höhlengänger-Neulinge.[3]

Nicht zu weit weg und ebenfalls für Touristen und Höhlengänger zugänglich sind die Carlsbad Caverns in New Mexico. Beide sind mit Auto oder Bus problemlos zu erreichen. Manche halten die Harrison’s-Höhle auf der karibischen Insel Barbados für noch »touristischer«. Diese ist per Straßenbahn zu erreichen.

Dann gibt es noch das Höhlensystem in Neuseeland namens »Waitomo Glowworm Caves«. Anders als die anderen Höhlensysteme ist es für Höhlengänger nicht geeignet, weil es voller Wasser ist. Touristen können die Höhlen aber per Boot besichtigen und die ungewöhnlichen Lichteffekte durch die Glühwürmchen an den Wänden bestaunen.

Eine weitere Wasserlauf-Höhle ist Barton Cave im englischsprachigen zentralamerikanischen Land Belize. Sie ist eine Touristenattraktion, die spektakuläre Blicke in kuppelförmige Räume gewährt.[4]

In den Untergrund zu gehen kann ein interessantes irdisches Abenteuer sein, ob mit einer geführten Tour oder als Höhlengänger.



Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:

[1] Dailymail.co.uk

[2] ChinasAge.info

[3] Travel.NationalGeographic.com

[4] MNN.com

Copyright © 2013 by NaturalNews