Feldlerche
© unbekanntVom Aussterben bedroht sind bekannte Arten wie die Feldlerche
Der Mensch macht sich die Erde untertan - auf Kosten der übrigen Bewohner des Planeten. Immer mehr Tier- und Pflanzenarten haben keinen Lebensraum mehr und sterben aus. Das Artensterben läuft derzeit mit tausendfacher Beschleunigung ab, mehr als 17.000 Arten sind davon akut bedroht.

Niemand weiß genau, wie schnell der Artenschwund voranschreitet. Manche Experten glauben, dass pro Tag zwischen 50 und 100 Tier- und Pflanzenarten von der Erde verschwinden. Allerdings lässt sich nicht sagen, wann bei dieser Geschwindigkeit die Erde wüst und leer ist - die Zahl der Arten, die es auf der Erde gibt, ist unbekannt. In der Biologie sind 1,5 Millionen Tier- und Pflanzenarten beschrieben. Wie viele tatsächlich existieren, darüber gehen die Schätzungen auseinander: Manche Wissenschafter rechnen mit drei Millionen verschiedener Spezies, andere glauben, dass es 200 Millionen Arten auf unserem Planeten gibt.

Das Kommen und Gehen der Arten

Die Weltnaturschutzunion IUCN gibt jährlich eine internationale "Rote Liste" gefährdeter Tier- und Pflanzenarten heraus. Doch Listen wie diese muss man mit einer gewissen Skepsis betrachten, sagt Professor Ernst-Gerhardt Burmeister, Hauptkonservator der Zoologischen Staatssammlung München. Das Verschwinden von Arten kann auch natürliche Ursachen haben. Das Aussterben gehöre wie das Entstehen neuer Arten zur Dynamik in der Biologie.

Zerstörung von Lebensräumen

Das Artensterben lässt sich also prinzipiell mit Argumenten der Evolutionsbiologen als natürlicher Prozess erklären. Momentan läuft er aber nach den Schätzungen vieler Ursachenforscher Hundert bis Tausend Mal schneller ab, als aus evolutionären Gründen erklärbar sei. Schuld daran ist nach Ansicht der Wissenschaftler vor allem der Mensch, der aus wirtschaftlichem Interesse Lebensräume wie Urwälder oder Korallenriffe zerstört.

Tausende Tierarten in Bayern bedroht

Auch in Deutschland ist die Artenvielfalt enorm geschrumpft. Jahrhundertelang holzte man Wälder ab, legte Moore und Sümpfe trocken und schuf Ackerland. Im 20. Jahrhundert tat die industrialisierte Landwirtschaft mit Düngern, Giften und Flurbereinigung ihr Übriges, Deutschland in eine artenarme Agrarsteppe zu verwandeln. Auch heute geht der Artenschwund weiter: In Bayern ist laut Bayerischer Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege knapp die Hälfte der 16.000 untersuchten Tierarten gefährdet.