Der heftige Wintereinbruch in weiten Teilen der USA sorgt für massive Behinderungen im Luftverkehr. Im ganzen Land fielen am Sonntag mehr als 2600 Flüge aus. Tausende weitere starteten mit Verspätung, wie die Webseite Flightaware.com schätzte. Inzwischen drohen laut US-Medien auch an der Ostküste Vereisungen.
In einem gewaltigen Schneesturm, der übers Land zieht, sollen nach Behördenangaben seit Donnerstag mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen sein. Das berichtet der Fernsehsender CNN über die bislang besonders schwer betroffenen Bundesstaaten Texas, Arkansas und New Mexico. Experten befürchteten ein "historisches Eis-Ereignis".
Eisplatten als Geschosse
Die Kaltfront legte den Internationalen Flughafen von Dallas (Texas) weitgehend lahm. Mehr als 400 Flüge wurden gestrichen, 4000 gestrandete Reisende harren in den Terminals und nahegelegenen Hotels aus. "Die Apokalypse hat begonnen", sagte ein Mann in einem Vorort von Dallas, kurz bevor gewaltige Eisplatten von Dächern herab auf Autos krachten.
Während das vereiste Texas allmählich wieder auftaut, gerät ein Gebiet von der Mitte Virginias bis zum Südosten New Yorks in den Fokus. Von massiver Gefahr durch Eisregen und Schnee berichtet CNN unter Berufung auf den nationalen Wetterdienst.
Mindestens sieben Menschen tot
Derweil kämpft der Internationale Flughafen von Philadelphia (Pennsylvania) mit viel mehr Schnee und Eis als vorhergesagt. Prognosen von bis zu fünf Zentimetern Schnee mussten auf zehn bis 15 Zentimeter nach oben korrigiert werden. Bis Sonntagnachmittag mussten sämtliche Maschinen auf dem Boden bleiben.
Auf mehreren Schnellstraßen gab es kein Vorankommen mehr, in Arizona steckten 300 Fahrzeuge auf einer wichtigen Verbindungsstraße fest. Die Polizei in Memphis (Tennessee) rief die Bürger dazu auf, ihre Fahrzeuge am Sonntag nach Möglichkeit stehen zu lassen.
Wegen Stürmen und Schneetreiben kamen CNN zufolge seit Donnerstag mindestens sieben Menschen ums Leben. 30 Menschen wurden bei einer Massenkarambolage mit mehr als 20 Autos bei New York verletzt.
Football hält Stand
Nicht aufhalten ließen sich andernorts die American-Football-Spieler und -Fans, während die Felder in Pittsburgh, Washington, Baltimore und Philadelphia im Schnee versanken. Traditionell rühmt Amerikas Volkssport Nummer eins sich damit, allen Witterungen zu trotzen.
Wie die Zeitung USA Today schreibt, rechnen die Meteorologen aber bald mit einer Wetterbesserung: Die Woche werde kalt, aber nicht eisig, und sonnig weitergehen. Ein in Dallas gestrandeter Kanadier kann die Aufregung sowieso nicht verstehen, wie CNN schildert. Der Flughafen sollte seiner Meinung nach die Rollbahnen freigeben. "In Kanada haben wir 1,20 bis 1,50 Meter Schnee auf der Rollbahn. Die Pflüge schaffen das einfach weg."
t-online.de, AP/dpa
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