
Auch die Hauptinstrumente der US-Mondsonde, das "Lunar Dust Experiment (LDEX) zur Ermittlung der Staubverteilung über der Mondoberfläche, und das "Ultraviolet/Visible Spectrometer" (UVS), mit dem die von der Exosphäre des Erdtrabanten reflektierte Sonnenstrahlung vermessen werden kann, waren auf die chinesische Mondlandung vorbereitet und erwarteten, Material - von dem die Forscher ausgingen, dass es bei der von Triebwerksschub gebremsten Landung fortgeschleudert und aufgewirbelt werden würde - zu detektieren.
Zur Überraschung der US-amerikanischen Beobachter der chinesischen Mondlandung, zeigten die LADEE-Messdaten keinerlei Hinweise, die auf die Landung des chinesischen Mondraumschiffs hinweisen könnten. Weder konnte LDEX einen Anstieg von Staubpartikeln registrieren, noch ermittelte UVS Veränderungen in der Atmosphäre, und auch das NMS fand keine Verbrennungsrückstände der Landetriebwerke.
Statt jedoch an der chinesischem Mondlandung zu zweifeln, werten die NASA-Wissenschaftler die nicht vorhandenen Veränderungen der normalen Messwerte als "wichtiges und nützliches Ergebnis". Dieses lege nahe, dass die Zeitspanne, in der die Sonde Staub aufgewirbelt hat und sich dieser wieder absetzt, sehr gering - möglicherweise kürzer als 15 Sekunden - ist. Um die entsprechenden Hinweise rechtzeitig messen zu können, hätte sich LADEE offenbar in einer geeigneteren, d.h. näheren Position zur Landestelle von Chang'e 3 befinden müssen. Stattdessen war die US-Sonde eine halbe Stunde nach der Landung noch rund 1.300 km südlich vom Landeort entfernt. Die zuvor noch erwarteten Verbrennungsrückstände der Landetriebwerke, so ein weiterer Schluss der NASA-Wissenschaftler, verteilen sich zudem offenbar nicht weit genug, um von LADEE hätten registriert werden zu können.
Jetzt wollen die NASA-Forscher die gewonnen Daten mit den bisherigen theoretischen Vorhersagen zur Verteilung von Triebwerksabgasen und Verbrennungsrückständen auf dem Mond, bzw. in dessen Atmosphäre vergleichen, um so genauere Modelle zur Wechselwirkung von Landetriebwerksystemen mit der Mondoberfläche- und Atmosphäre erstellen zu können.
Quelle: NASA



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