

Zahnloser Schnabel
«Auf seinen Hinterbeinen stehend war das Tier rund drei Meter hoch - eine Begegnung mit ihm wäre furchterregend gewesen und uns zugleich unwirklich vorgekommen», erläutert Emma Schachner von der Universität Utah. Das Aussehen des «Höllenhuhns» rekonstruierten die Wissenschaftler anhand von drei kreidezeitlichen Skelettfunden in der Hell-Creek-Gesteinsformation in North und South Dakota.
Abgesehen von seinem langen Schwanz erinnert Anzu demnach an einen grossen flugunfähigen Vogel. Zu seinen Kennzeichen gehörten ein zahnloser Schnabel und ein grosser Kamm auf dem Schädel. Der Dino war offenbar ein Allesfresser, hatte grosse scharfe Klauen und Beine wie ein Strauss.
«Scherzhaft haben wir das Ding Huhn aus der Hölle genannt», erklärt Matt Lamanna vom Carnegie-Museum, und ich glaube, der Name ist ziemlich zutreffend.»
Keine lange Lebenszeit
Den Forschern zufolge gehört der Dino zur Gruppe der Oviraptor-Saurier, deren fossile Überreste meist in Zentral- und Ostasien gefunden wurden. Der neu Entdeckte ist demnach der grösste Oviraptor-Saurier, der jemals in Nordamerika gefunden wurde.
«Oviraptoren sind eng mit Vögeln verwandt und haben oft einen eigenartigen Kamm auf dem Kopf - wie die Kasuare», erläuterte Schachner. Diese flugunfähigen Vögel sind mit Emus und Straussen verwandt und leben in Neuguinea und Australien.
Eine lange Lebenszeit auf unserem Planeten war der «Höllenhuhn»-Spezies freilich offenbar nicht beschieden. Anzu sei «einer der jüngsten Oviraptor-Saurier, die wir kennen», erläutert Schachner. «Das bedeutet, er lebte zeitlich sehr nahe an jenem Ereignis, das die Dinosaurier auslöschte.» Für das Ende der Dino-Herrschaft über die Erde wird der Einschlag eines grossen Asteroiden vor 65 Millionen Jahren verantwortlich gemacht.



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