Gammelfleisch
© Christian Schnettelker / LizenzNicht mehr Gammel- sondern Jubiläumsfleisch
Die Fleischfabrikanten haben es satt: Ständig Skandale, sinkende Umsatzzahlen und zuschlechterletzt treiben „Veganer“ und „Vegetarier“ die Menschen noch dazu, ganz auf Fleisch zu verzichten und so Arbeitsplätze und Managergehälter aufs Spiel zu setzen. Der Verband wehrt sich: „Gammelfleisch“ wurde diese Woche als Markenname geschützt.

Wie das Deutsche Patent- und Markenamt in einer Routinemeldung bekannt gab, wurde „Gammelfleisch“ vom Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie als Marke registriert. Das ist der erste Schritt, um dem abbauenden Vertrauen in Fleisch- und Wurstwaren durch Negativpresse entgegenzuwirken. Verunglimpfend darf nicht mehr über „Gammelfleisch“ berichtet werden.

Weiterhin gab der Verband in einem internen Papier, welches der Neuen Rheinpresse vorliegt, einen Leitfaden an seine Mitglieder heraus, wie vermeintlich nicht mehr zum Verzehr geeignetes Fleisch wohlwollend beworben werden kann. Statt „Gammelfleisch“ sollen begriffe wie „Naturgereift“ oder „Jubiläumsfleisch“ verwendet werden, wohingegen „Edelschimmel“ suggerieren soll, dass das Fleisch ganz bewusst verdorben wurde und es sich um ein Premium-Gut handelt.

In einem Telefoninterview bestätigte Christian Rauffus das Vorgehen: „Wir müssen die Interessen unserer Mitglieder schützen und für steigenden Umsatz sorgen. Wir nutzen naturgereifte Fleisch- und Wurstwaren unter anderem, um unser Bild in der Öffentlichkeit wieder zu bessern. Verstärkt legen wir unseren Fokus auf eine junge Zielgruppe. Produkte wie „Hackfleisch mit Pelz“ und „Gammel Peperoni Roll“ sollen künftig den Umsatz auf diesem Markt steigern“. Rauffus berichtet brühwurstwarm weiter: „Zunächst wollten wir „Gammelfleisch“ als Herkunftsbezeichnung schützen lassen, scheinbar ist es aber so, dass dieses Produkt von verschiedenen Unternehmen im gesamten EU-Raum produziert wird. Mit dem jetzigen Weg sind wir aber auch sehr zufrieden“.

cde