
Der kugelförmige Sternhaufen Palomar 5 wurde vor 65 Jahren von dem aus Ostwestfalen-Lippe stammenden Astronomen Walter Baade im Sternbild Schlange in einer Entfernung von 75.700 Lichtjahren entdeckt. Mit lediglich rund 5000 Sonnenmassen zählt er zu den masseärmsten Kugelsternhaufen der Milchstraße. Viele andere der rund 150 bekannten galaktischen Kugelsternhaufen, die unsere Milchstraße auf zum Teil extrem elliptischen Bahnen umrunden, enthalten dagegen mehrere hunderttausend Sterne.
Im Griff kosmischer Gezeitenkräfte
In den vergangenen Jahren ist deutlich geworden, dass Palomar 5 in der Vergangenheit viele seiner einstigen Sterne verloren haben muss. Bei tiefen Himmelsdurchmusterungen wie dem „Sloan Digital Sky Survey“ fanden die Astronomen zwei ausgedehnte Sternströme mit zahlreichen Sternen, die sich auf recht ähnlichen Bahnen vor und hinter dem Kugelsternhaufen um das Zentrum der Milchstraße bewegen. Solche Sternströme sind die direkte Folge von Gezeitenkräften, denen ein Kugelsternhaufen beim Durchgang durch die Hauptebene der Milchstraße ausgesetzt ist.

Es geht noch genauer
Wie Küpper und seine Kollegen im „Astrophysical Journal“ berichten, stimmen die Modelle mit der realen Verteilung der Sterne am besten überein, wenn man für die Gesamtmasse der Milchstraße innerhalb eines Radius von rund 62 000 Lichtjahren etwa 210 Milliarden Sonnenmassen annimmt. Die Ungenauigkeit beträgt dabei lediglich 20 Prozent. Darin berücksichtigt ist auch der Anteil der dunklen Materie, die sich - auch das ein Ergebnis der Anpassung der Modellrechnungen an die beobachtete Wirklichkeit - nahezu kugelförmig um das Zentrum der Milchstraße anordnet.
Die gewonnenen Modellparameter geben übrigens nicht nur die Verteilung der Sterne innerhalb der Palomar-5-Sternströme korrekt wieder, sondern auch andere, unabhängig gemessene Größen. So liefert das Modell für den Abstand der Sonne vom galaktischen Zentrum etwa 27 000 Lichtjahre und für die Umlaufgeschwindigkeit um das galaktische Zentrum rund 250 Kilometer pro Sekunde.



Und das galaktische Zentrum ist keine Geburtsstätte! Nebel in der Galaxie sind Geburtsstätten und die sind unterschiedlich verstreut! Das galaktische Zentrum ist so hell, weil die Dichte der Sterne in diesem Bereich zunimmt...