Asylwerber haben es in Israel schwer. Nur 8 Menschen erhielten im letzten Jahr Asyl - bei 990 Ansuchenden. Das entspricht einer Anerkennungsquote von 0,8 Prozent.
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© Flickr / Sasha Kimel CC-BY-ND 2.0Anti-Rassismus-Protest in Israel. Es gibt auch Stimmen gegen die israelische Flüchtlingspolitik.
Während israelische Politiker Europa gegenüber gerne den Moralapostel heraushängen lassen, wenn es um Flüchtlinge, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit geht, nimmt man es ebendort damit nicht so genau. Ganz im Gegenteil: die gefahrene Linie ist äußerst rigide.

So erhielten im Jahr 2009 laut der israelischen Zeitung Haaretz unter Berufung auf die Bevölkerungs- und Immigrationsbehörde des Innenministeriums gerade einmal 2 Menschen Asyl. 2010 waren es 6 Menschen. Im letzten Jahr wurde dann bei 990 Asylsuchenden gerade einmal 8 Menschen der Asylstatus zuerkannt. Eine Quote von 0,8 Prozent. Zum Vergleich: In der Schweiz beträgt die Anerkennungsquote 5 Prozent, in Großbritannien und Frankreich etwa 19 Prozent und in den USA gar 27 Prozent.

Obwohl die meisten der Asylsuchenden in Israel aus Eritrea und dem Sudan kommen - Ländern, in denen es nicht gerade friedlich zugeht - wird der Großteil der Anträge negativ beschieden. Haim Efraim, ein Sachbearbeiter des Ministeriums sagte: "Das sind Anfragen, in denen die präsentierte Geschichte sich fundamental von der wahren Geschichte unterscheidet". Schon allein deshalb seien 60-70 Prozent der Anträge völlig unbegründet.

So erzählt Efraim von einer Gruppe afrikanischer Frauen die anfangs behaupteten, sie wären von Ägypten aus über die Grenze geschmuggelt worden, dabei hätte es sich herausgestellt, dass sie über den Flughafen Ben Gurion einreisten. Hinzu kämen Ausländer, deren Arbeitsvisa ausgelaufen sind und hoffen, mittels eines Antrags auf Asyl länger bleiben zu können.

Was für die Einen eine legitime Maßnahme zum Schutz der Bevölkerung vor wirtschaftlich bedingter Zuwanderung unter dem Deckmantel des Asylrechts darstellt, ist für die Anderen eine zu restriktive und harte Linie gegen Menschen, die aus menschenunwürdigen Zuständen entkommen möchten. Vor allem die Konservativen und Nationalreligiösen sehen in der Zuwanderung von Nichtjuden eine Gefahr für den ethnischen Charakter Israels, während die Liberalen und Linken vor allem die humanitären Aspekte betonen.