Eine Explosion hat die Hauptstadt von Afghanistan erschüttert. Polizisten gelang es der Regierung zufolge, die Angreifer abzuwehren.
cia
Afghanische Taliban haben das Parlament in Kabul angegriffen. Das bestätigte Kabuls Polizeichef Abdul Rahman Rahimi. Ein Selbstmordattentäter habe sich in einem Auto am Westtor des Parlaments in die Luft gesprengt. Andere Angreifer hätten versucht, ins Parlament einzudringen.

Den Polizisten sei es gelungen, die Angreifer zurückzuhalten, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki. Sie hätten sich daraufhin in einem benachbarten Gebäude verschanzt. Dort lieferten sie sich Gefechte mit der Polizei. Alle sieben Angreifer seien dabei getötet worden, hieß es aus dem Innenministerium.

Das afghanische Gesundheitsministerium berichtete von mindestens 18 Zivilisten, die bei dem Angriff verletzt wurden. Die Abgeordneten hätten sich in Sicherheit bringen können, sagte Ministeriumssprecher Mohammad Ismail.

Nach Angaben des Abgeordneten Mohammed Resa Choschak ereignete sich der Angriff während einer Parlamentssitzung. Demnach warteten die Abgeordneten gerade auf den designierten Verteidigungsminister Mohammed Masum Staneksai, als erst eine heftige und danach mehrere kleinere Explosionen zu hören waren.

Auch in der Provinz Kundus im Nordosten Afghanistans haben die Taliban einen zweiten Bezirk eingenommen. Die Aufständischen hätten den Bezirk Daschti Artschi von vier Seiten angegriffen, 150.000 Einwohner hätten nicht mehr fliehen können, sagte der Vorsitzende des Provinzrates, Mohammad Jussuf Ajubi. Die Sicherheitskräfte hätten Verluste erlitten. Die Taliban bestätigten die Eroberung des Bezirks.

Zudem seien Munition und vier Panzer beschlagnahmt worden, hieß es. Bereits am Sonntag hatten die Taliban die Kontrolle über die Gegend Char Darah übernommen. Nach dem Abzug der internationalen Kampftruppen aus Afghanistan Ende letzten Jahres haben die örtliche Armee und Polizei im Kampf gegen die islamistischen Taliban schwere Verluste erlitten.

ZEIT ONLINE, AFP, sk