Die chinesischen Streitkräfte, die größte Armee der Welt, stehen an der Schwelle einer radikalen Reform. Chinas Streitkräfte werden wegen den Territorialkonflikten mit seinen Nachbarn, der Sicherung der Handelswege und wachsenden Interessen in der Region und in der Welt modernisiert, schreibt die Zeitung “Kommersant“ am Freitag.

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In seiner gestrigen Rede zum Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren kündigte der chinesische Staatschef Xi Jinping an, die Landstreitkräfte um 300 000 Soldaten abzubauen.

Der russische Politologe Wassilij Kaschin ist der Ansicht, dass Chinas Militärreform dadurch bedingt ist, dass die Führungsstruktur der Soldaten dem Tempo der technischen Modernisierung nicht mehr entspricht. „In den vergangenen 15 Jahren haben die Chinesen zwei technologische Generationen übersprungen und bereits die notwendige Zahl moderner Waffen. Jetzt müssen die Soldaten im Umgang mit den neuen Waffen geschult und die Kommandostruktur modernisiert werden“, so der Experte.

Bislang hatte die chinesische Volksbefreiungsarmee eine sowjetische Kommandostruktur und eine große Anzahl von Infanteristen, die auf einen langen kontinentalen Krieg ausgerichtet ist. Die Anhänger der Reform halten die Zahl der Bodentruppen für überhöht. "Dieser Schritt wird bei der Armee einen großen Protest auslösen. Nicht nur unter den Konservativen, sondern auch im Offizierskorps“, zitiert Hongkongs größte englischsprachige Tageszeitung South China Morning Post einen chinesischen Oberst, der anonym bleiben wollte. Ihm zufolge könnte Enttäuschung in der Armeeführung die politische Stabilität in Peking untergraben.