Die 41-Jährige würgte ihre drei und fünf Jahre alten Töchter und stach danach mit dem Messer zu. Innere Stimmen hätten sie zu der Tat getrieben.

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Nach der Tötung zweier Mädchen in Hammah bei Stade ist die tatverdächtige 41-jährige Mutter in Haft.
Stade/Hammah. Grausame Tat: Innere Stimmen sollen einer 41-Jährigen nach eigenen Angaben den Mord an ihren beiden kleinen Töchtern befohlen haben. Die Frau aus Hammah bei Stade hat die Tat gestanden und ist inzwischen in einer psychiatrischen Klinik. „Sie ist vermutlich schuldunfähig“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Kai Thomas Breas, am Montag. Nach Angaben der Ermittler war die Frau wegen Verfolgungswahn, Depressionen und Angstzuständen in Behandlung. Die Behörden waren jedoch nicht darüber informiert. „Das Ausmaß der psychischen Erkrankung ist offenbar unbekannt geblieben“, sagte Breas. Dennoch habe es Anzeichen gegeben, dass die Mutter überfordert gewesen sei. „Die Obduktion hat ergeben, dass die Versorgung der Kinder nicht optimal war.“ Doch dass sie zu solch einer grausigen Tat fähig ist, hatte wohl keiner geahnt.

Die Frau lebte getrennt vom Vater der drei und fünf Jahre alten Mädchen. Sie wohnte mit den Kindern in einem Mehrfamilienhaus in der 3000-Seelen-Gemeinde Hammah, etwa zehn Kilometer von Stade entfernt. In der Nacht zum Sonnabend war sie in das Kinderzimmer geschlichen. Dort tötete sie ihre Töchter auf grausige Art, wie der Obduktionsbericht ergab. „Sie hat sie erst gewürgt und ihnen dann anschließend mehrere Messerstiche beigebracht“, sagte Breas. Danach versuchte die 41-Jährige, sich das Leben zu nehmen. Sie habe sich aber keine lebensgefährlichen Verletzungen zufügen können, sagte Breas.

Nach der Tat ging die Frau den Ermittlungen zufolge noch in der Nacht zu Bekannten und vertraute sich ihnen an. Diese riefen die Polizei. Beamte fanden die leblosen Kinder in der Wohnung. Der Notarzt konnte nur noch ihren Tod feststellen. Die Beamten nahmen die 41-Jährige fest. Sie kam zunächst in ein Krankenhaus. In einem ersten Verhör gab sie das Verbrechen zu. Die Frau sagte aber, dass innere Stimmen sie dazu getrieben hätten. Ein Amtsrichter hat mittlerweile angeordnet, sie in einer geschlossenen Psychiatrie unterzubringen.

Der Fall erinnert an das tödliche Familiendrama von Darry in Schleswig-Holstein. Im Dezember 2007 hatte dort eine 31-Jährige ihre fünf Söhne betäubt und erstickt. Das Kieler Landgericht verurteilte sie wegen fünffachen Totschlags, erklärte sie aber wegen einer paranoiden Schizophrenie für schuldunfähig. Die Frau kam in eine Psychiatrie.

Die Stader Staatsanwaltschaft ermittelt nun, ob auch die 41-Jährige im Wahn gehandelt hat oder das behauptet, um nicht ins Gefängnis gehen zu müssen. „Wir müssen prüfen, ob das nur eine Schutzbehauptung war“, sagte Breas.