
- Ein Video zu Erstpräsentation der Infrarotuntersuchungen durch el-Damaty finden Sie HIER
Damit stimmt das Ergebnis der Infrarot-Messungen, die die Wand eine Nacht lang bis zum Morgen in Augenschein nahm, mit der Theorie des Ägyptologen Nicholas Reeves - derzeit an der University of Arizona tätig - überein, der seine Vermutung über ein hinter der Wand verborgenes weiteres Königsgrab von einer Anzahl rechtwinklig verlaufender Risse und Unregelmäßigkeiten im kunstvoll bemalten Verputz einer Wand der Grabkammer des Kindkönigs ableitet. Diese wurden erst durch neue Scans der Grabkammer im Jahr 2014 sichtbar (...GreWi berichtete).
Laut Reeves‘ Argumentation kann es sich bei den vermeintlich verborgenen Kammern nur um das Grab eines Vorgängers Tunanchamuns handeln. Doch wer genau das war, ist bis heute selbst unter Ägyptologen umstritten. Von den in Frage kommenden Persönlichkeiten Nofretete, Neferneferuaten und Semenchkare wurden jedoch bislang keine Gräber bzw. Mumien entdeckt.
Hinter den drei Namen vermuten Reeves und auch andere Ägyptologen ein und dieselbe Person: Nofretete, die Gemahlin des einstigen „Ketzerkönigs“ Echnaton, der die bisherige Götterwelt des Alten Ägyptens durch den Kult der Aton-Sonnenscheibe ersetzte. Vor diesem Hintergrund und der späteren Rückkehr Ägyptens zu seinen alten Göttern, habe Nofretete vor der Regentschaft ihres Stiefsohns Tutanchamun nicht nur zweimal ihren Namen gewechselt, sondern auch den Pharaonenthron bestiegen.
Dennoch gibt el-Damaty zu bedenken, dass die Ergebnisse noch nicht eindeutig seien. „Es müssen noch eine Reihe weiterer Untersuchungen durchgeführt werden, um das Areal der Temperaturunterschiede genau abzugrenzen. Diese Arbeiten sollen noch mindestens eine Woche lang andauern.




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