Lippenpflegestifte enthalten krebserregende Substanzen, weil sie auf der Basis von Mineralölen hergestellt sind. Das kritisiert der Schweitzer Chemiker Dr. Konrad Grob schon seit längerer Zeit. Dr. Grob gilt als Spezialist auf dem Gebiet Erdöl.
labello,lippenpflegestift
Aufgegriffen hat das Thema die Verbrauchersendung „Markt“ des NDR und sendete einen Beitrag zu dieser Frage am 16.11.2015. Die Markt-Redakteure ließen dazu Lippenpflegestifte der Marken „Labello“, „Blistex“ und „Carmex“ analysieren.

Die Ergebnisse der Labore sind alarmierend: So fanden die Chemiker in den Lippenpflegestiften einen Anteil von bis zu 30 % an Gesättigten Kohlenwasserstoffen (MOSH). Dazu enthielten die Pflegeprodukte bis zu 1 % Aromatischer Kohlenwasserstoffe (MOAH). Laut Dr. Grob sind MOAH allerdings schon in weitaus geringeren Mengen kanzerogen.

Den Chemiker ärgert vor allem, dass die Grenzwerte für Lebensmittel auf sämtliche Lippenstifte keine Anwendung finden. Dabei nehmen die Konsumenten erhebliche Mengen davon oral auf, weswegen alle Lippenstifte wie Nahrungsmittel behandelt werden müssten. Zu berücksichtigen sei dann auch, dass MOSH und MOAH schon auf anderen Wegen in den Körper gelangten. Die Belastung durch Lippenstifte käme dann noch hinzu. So käme es zu einer Verdoppelung der MOSH- und MOAH-Aufnahme bei Lippenpflegestift-Nutzern im Vergleich zu Nicht-Nutzern. Getäuscht würde der Verbraucher auch durch die Angaben der Inhaltsstoffe auf den Packungen, so Dr. Grob weiter. Hier stünden nur lateinische Begriffe wie „Petrolatum“, was die eigentliche Herkunft der Produkt-Merkmale verschleiern solle.

MOSH und MOAH sind schwer wasserlöslich und lagern sich im Körper in Form von Tröpfchen an. Dies geschehe besonders in der Leber, der Milz und den Lymphknoten, wodurch diese Organe nachhaltig geschädigt würden, wie Chemiker Grob betont. Wer diese Risiken ausschließen wolle, sollte lieber Alternativ-Produkte auf pflanzlicher Basis kaufen.