Tegucigalpa (Honduras) - Wie der Präsident von Honduras, Juan Orlando Hernandez, kürzlich in einer Rede vor Vertretern von Privatuniversitäten des Landes berichtete, sei das Archäologenteam bereits auf dem Weg in den tropischen Regenwald von Los Mosquitia, um nach den ersten Funden die Existenz der „Weiße Stadt“ nun auch durch weitere Grabungen und Untersuchungen eindeutig bestätigen zu können.
2012 entdeckte ein internationales Forscherteam um Chris Fisher und Stephen Leisz von der University of Colorado im Rahmen der ersten Laservermessung mit der „Light Detection And Ranging“-LiDAR-Methode (...GreWi berichteten) in Los Mosquitia zahlreiche Strukturen, Steinskulpturen und Gebäude, ausgedehnte Plätze, Erdwerke, Grabhügel und eine Erdpyramide, deren Alter die Wissenschaftler auf 1.000 bis 1.400 Jahre schätzen.
Bei dem LiDAR-Verfahren wird das zu vermessende Gebiet aus der Luft mit jeweils 25 bis 500 Laserpulsen pro Quadratmeter abgetastet, wodurch das Gebiet insgesamt mit mehr als vier Milliarden Laserpunkten vermessen wurde. Aus den Daten kann dann der Bewuchs herausgerechnet werden, wodurch das Geländeprofil darunter hochauflösend in Form geodätischer Aufnahmen zum Vorschein kommt. Anhand dieser Bilder können dann neben geomorphischen Eigenschaften der Landschaft auch beispielsweise archäologische Strukturen herausgelesen werden.

Hintergrund
Ciudad Blanca - Die Legende der Weißen Stadt im Urwald
Zum ersten Mal wird die Ciudad Blanca, also die Weiße Stadt (im Urwald) von dem wohl bekanntesten spanischen Konquistador Hernán Cortés erwähnt, der 1526 - also fünf Jahre nach seiner Niederschlagung der Azteken, von der Kolonialstadt Trujillo an der Nordküste Honduras aus eigentlich nach der Sagenstadt Hueitapalan suchte, in der er das berühmte El Dorado vermutete.
20 Jahre später, 1544 beschrieb der Bischof von Honduras, Cristobel de Pedraza in einem Brief an den spanischen König eine anstrengende Reise zum Rand des Dschungels der Mosquitia-Küste, von deren Hügeln aus er in der Ferne, in einem der Flusstäler, eine große Stadt gesehen habe. Seine einheimischen Führer hätten ihm zudem bestätigt, dass die dortigen Adligen von goldenen Tellern speisen würden.
Seit dieser Zeit hat die Legendenbildung die Ciudad Blanca immer mehr ausgeschmückt. Andere Quellen verbinden die Weiße Stadt auch mit zentralamerikanischen Mythen, wenn sie beispielsweise als Geburtsstädte des Aztekengottes Quetzalcoatl beschrieben wurde.

Seit den 1920er Jahren haben verschiedene Expedition erfolglos nach der „Weißen Stadt“ gesucht. 1940 machte sich dann auch der exzentrische Forscher Theodore Morde für das „Museum of the American Indian“ (heute Teil der Smithonian Institution) in der Mosquita-Region auf die Suche nach der verschollenen Stadt.
Tatsächlich kehrte Morde aus Mosquita mit tausenden Artefakten zurück und berichtete, die Weiße Stadt gefunden und betreten zu haben, von der die Ureinwohner der Region berichten sollen, dass in ihr eine gewaltige Statue eines Affengottes vergraben sein soll. Allerdings verweigerte Morde zeitlebens die Bekanntgabe der genauen Position seiner Entdeckung, weil er befürchtete, dass sie geplündert werden könnte. Auf einer seiner späteren Expeditionen zu seinem Fund, soll er sich angeblich vor Ort das Leben genommen haben.




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