Eigentlich ist es so, dass Menschen Düfte aus der Natur - insbesondere von Blumen und Pflanzen - nutzen, um ihren eigenen Geruch zu verbergen. Die zu den Orchideengewächse (Plathantera) zählende Waldhyazinthe wendet dieses Konzept ebenfalls an, allerdings umgekehrt und imitiert den Geruch von Menschen, um spezielle Bestäuber anzulocken.
Orchidee,Waldhyazinthe
© Kiley Riffell/University of Washington
Wie die Biologen der US-amerikanischen University of Washington diese Woche beim diesjährigen Treffen der »Society for Integrative and Comparative Biology« in Portland verkündeten, fanden sie heraus, dass die nordamerikanische Waldhyazinthe (Platanthera obtusata) den menschlichen Körpergeruch imitiert, um damit vorwiegend Stechmücken anzulocken, die ihnen dann als Bestäuber dienen.

Die Wissenschaftler hatten für ihre Studie Blüten der Orchidee in luftdichte Behälter verschlossen und auf diese Weise ihre Duftstoffe genau analysiert. Mit dem gaschro-matographischen Verfahren konnten sie die einzelnen Duftmoleküle der Pflanze identifizieren. So entdeckte man schließlich auch Duftstoffe darunter, die auch bei uns Menschen vorkommen und sich auf Stechmücken als besonders verlockend auszeichnen.

Eigentlich sind Stechmücken überhaupt keine Bestäubungshelfer aber aufgrund dieser überaus cleveren Taktik in der Pflanzenevolution wurden menschliche Charakteren in diesen Fortpflanzungskreislauf involviert, um die Mücken als nützliche Verteiler ihres Blütenstaubs zu ködern.